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Stromausfall in iranischer Atomanlage: Irans Außenminister beschuldigt Israel und schwört Rache

© REUTERS / Raheb HomavandiAtomanlage in Natanz (Archivbild)
Atomanlage in Natanz (Archivbild) - SNA, 1920, 12.04.2021
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Teheran macht Israel für den Stromausfall in der Atomanlage in Natanz am vergangenen Sonntag verantwortlich. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat im staatlichen Fernsehen Vergeltung angekündigt.
Im Elektrizitätsnetz der Urananreicherungsanlage in Natanz habe sich ein Unfall ereignet, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Sonntagmorgen mit. Verletzte gebe es nicht, eine Verunreinigung der Umwelt habe nicht stattgefunden, man forsche nach der Unfallursache. Wenig später meldete sich der Vize-Chef der iranischen Behörde, Ali Akbar Salehi, in staatlichen Medien zu Wort: Der Unfall sei ein Angriff und ein Ausdruck von „nuklearem Terrorismus“, sagte er.
Auch der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat sich zu dem Vorfall in Natanz geäußert. Am heutigen Montag sagte er im iranischen Fernsehen: „Die Zionisten wollen Rache üben wegen unserer Fortschritte auf dem Weg zur Aufhebung der Sanktionen. (…) Sie haben in aller Öffentlichkeit gesagt, sie würden dies nicht zulassen. Aber wir werden unsererseits Rache nehmen an den Zionisten.“

Mutmaßlich ein Sabotageakt

Die „New York Times“ berichtet währenddessen, der gestrige Stromausfall in der iranischen Atomanlage sei durch eine von israelischen Geheimdiensten herbeigeführte Explosion verursacht worden. Die Detonation sei groß genug gewesen, um das unabhängige und stark geschützte interne Stromnetz der Anreicherungsanlage komplett zu zerstören.
Die Zeitung hat dies nach eigenen Angaben von zwei Geheimdienstmitarbeitern erfahren, die nicht genannt werden wollten: Es habe sich um eine israelische Geheimmission gehandelt – mit dem Ziel, die Fähigkeiten Irans zur Urananreicherung zunichtezumachen. Nach dem gestrigen Unfall würde es mindestens neun Monate dauern, um die Urananreicherung in Natanz wieder hochzufahren.

Ein Rückschlag für die Diplomatie?

Es ist noch keine Woche her, dass der Iran an Gesprächen zur Wiederbelebung des Atomabkommens teilgenommen hat, welches von Ex-US-Präsident Trump verworfen worden war. Die Gespräche in Wien zum sog. Joint Comprehensive Plan of Action (unter anderem mit der Beteiligung der USA, Deutschlands, Chinas und Russlands) sollten diese Woche fortgesetzt werden.
Der Vorfall in Natanz könnte diese diplomatischen Bemühungen jedoch zurückwerfen, sagt der Iran-Experte Henry Rome laut „New York Times“: „Teheran muss eine extrem schwierige Balance wahren. Die iranische Führung steht unter Zugzwang zur Vergeltung, um Israel zu signalisieren, dass solche Angriffe nicht ohne Folgen bleiben.“
Israel hat die Verantwortung für den gestrigen Stromausfall in der iranischen Atomanlage weder übernommen noch zurückgewiesen. Jedoch macht die israelische Führung laut „New York Times“ keinen Hehl aus ihrem Unmut gegenüber dem Versuch der neuen US-Regierung, das iranische Atomabkommen wiederzubeleben. Jedenfalls schwäche der Vorfall von Natanz die Position Teherans in den Wiener Gesprächen erheblich, so die Zeitung.
Ohnehin hat Israel das iranische Atomprogramm nach einhelliger Expertenmeinung mehrfach zu sabotieren versucht. Die israelische Führung gilt als Drahtzieher hinter den Anschlägen auf iranische Wissenschaftler, so auch hinter dem Mordanschlag auf einen zentralen Mitarbeiter des iranischen Atomprogramms letzten November. Israel hat seine Beteiligung daran weder bestätigt noch zurückgewiesen.
Israels Premier Benjamin Netanjahu präsentiert Angaben der Geheimdienstler zum iranischen Atomprogramm - SNA, 1920, 05.04.2021
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