Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde
 - SNA
60 Jahre nach Gagarins Flug
Vor 60 Jahren flog der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall.

Gagarin-Weltraumflug: Inspirationsquelle für europäische Raumfahrt

© SNA / Alexander MoklezowDer erste Kosmonaut der Welt Juri Gagarin
Der erste Kosmonaut der Welt Juri Gagarin - SNA, 1920, 12.04.2021
Abonnieren
Am 12. April 1961 hat Juri Gagarin als erster Kosmonaut den Weg zu den Sternen eröffnet. Heute bereiten Wissenschaftler große Missionen zum Mond, Mars und zur Venus vor und berechnen physische und psychische Bedrohungen für den Menschen. Sie sind sicher: Erfolge im Weltraum sind ohne internationale Zusammenarbeit nicht möglich.
Der neue Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Josef Aschbacher, bezeichnete den Raumflug von Juri Gagarin als Inspiration für die europäische Kosmonautik und Russland als eine Orientierungsmarke in dieser Branche. Laut Aschbacher arbeitet ESA in vielen Bereichen mit Russland zusammen, das größte Projekt ist ExoMars. Der erste Teil der Mission sei die TGO, die sich seit 2016 im Orbit befinde und hervorragende Ergebnisse zeige. Europäische und russische Instrumente ermöglichen es, die Atmosphäre und Umgebung des Mars erfolgreich zu untersuchen, sagte der ESA-Chef im Interview für russische Massenmedien.
Dieses größte Projekt von Roskosmos und ESA wird in zwei Schritten umgesetzt. Die zweite Phase von ExoMars begann 2020. Sie sieht den Transport einer russischen Landeplattform mit einem europäischen Rover an Bord auf die Marsoberfläche vor. Zurzeit ist das Projekt aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt.
Ein Großprojekt der Weltraumkooperation war die Schaffung des russisch-deutschen astrophysikalischen Orbitalobservatoriums Spektr-RG, mit dem eine vollständige Karte des Universums erstellt wird. René Pischel, Leiter der Ständigen ESA-Mission in Russland, schätzte das Vorhaben im SNA-Gespräch ein:
„Die deutsch-russische Zusammenarbeit im Weltall ist umfangreich. So ist die Trägerrakete Proton-M mit der Oberstufe DM-03 und dem neuen Orbitalobservatorium Spektr-RG ein russisches Projekt mit deutscher Beteiligung. Von der deutschen Seite beteiligen sich daran das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Max-Planck-Gesellschaft. Spektr-RG ist ein Röntgen-Observatorium und besteht aus zwei Teleskopen: Das eine wurde von der russischen Seite, das Teleskop eROSITA von der Max-Planck-Gesellschaft gebaut. Im Gegensatz zu den derzeit existierenden Röntgenteleskopen, deren Sichtfeld stark eingeschränkt ist, kann Spektr-RG den Himmel mit Rekordempfindlichkeit vollständig erfassen.“
René Pischel
Leiter der Ständigen ESA-Mission in Russland
Das Spektr-RG-Observatorium wurde von der russischen Forschungs- und Produktionsvereinigung Lawotschkin gebaut und 2019 in die Umlaufbahn gebracht, wobei ein Betriebspunkt erreicht wurde, der 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Seine Aufgabe ist es, acht Vermessungen des Himmels durchzuführen und anschließend eine detaillierte Karte des Universums zu entwickeln. Das wird bis 2024 erwartet, sagte Alexander Lutowinow, Vize-Direktor für Wissenschaft des russischen Weltraumforschungsinstituts vor der Presse. Ihm zufolge ist heute die internationale Zusammenarbeit im Weltraum aus wissenschaftlicher Sicht wichtig, und der Wettbewerb spiele hier eine positive Rolle.

„Der Weltraum ist groß und unermesslich, es gibt genug Platz für alle. Es gibt Aufgaben, bei denen wir gegeneinander antreten, aber der Wettbewerb ist positiv, da er die Entwicklung des Fortschritts vorantreibt und uns zwingt, nach wirksamen Wegen und Mitteln zur Erschließung des Weltraums zu streben“

Alexander Lutowinow
Vize-Direktor für Wissenschaft des russischen Weltraumforschungsinstituts
Was politische Auseinandersetzungen in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen betrifft, so könne man die Politik nicht völlig ausklammern, betonte der Chef der ESA-Mission in Russland. „Andererseits ist auch klar, dass auf allen Seiten das Bestreben groß ist, die Brücken Wissenschaft und Raumfahrt von diesen direkten Einflüssen so weit wie möglich frei zu halten. Aus meiner Erfahrung gelingt das ganz gut, man versucht, diese Brückenfunktion zu gewährleisten“, sagte René Pischel gegenüber SNA.
ESA-Chef Aschbacher nannte die Zusammenarbeit mit Russland im Rahmen des Mondprogramms, insbesondere der Luna-25-Mission, unter den vorrangigen Projekten der Europäischen Agentur. Es wird eine Kamera von ESA, Pilot-D, an Bord sein. Sie wurde bereits für einen Start im Oktober nach Russland geschickt. Dann wird es ein weiteres Abstiegsfahrzeug geben, das im Rahmen der Luna-27-Mission gestartet werden soll. Es wird mit einem europäischen Landungsnavigationssystem und einer europäischen Bohranlage ausgestattet. Beide Werkzeuge befinden sich derzeit in der Entwicklung. Aschbacher erwähnte außerdem, dass der europäische Roboterarm (European Robotic Arm) auf dem russischen Multifunktionsmodul „Wissenschaft“ zur ISS fliegen wird, um dann ein Teil der Internationalen Orbitalstation zu werden, und nannte das ein sehr wichtiges Element der deutschen Partnerschaft mit Russland.
Die sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (rechts), Juri Gagarin (in der Mitte) und Walentina Tereschkowa - SNA, 1920, 12.04.2021
60 Jahre nach Gagarins Flug
„Kann man von Größerem träumen?”: Vor 60 Jahren flog Juri Gagarin ins Weltall
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала