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Parteitag: AfD bestimmt vorerst keinen Spitzenkandidaten für Bundestagswahl

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELAfD-Bundesparteitag in Dresden
AfD-Bundesparteitag in Dresden - SNA, 1920, 10.04.2021
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Die AfD will noch keinen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl benennen. Auf ihrem Bundesparteitag am Samstag in Dresden votierte eine Mehrheit der Delegierten gegen die Wahl eines Spitzenkandidaten oder eine Spitzenteams schon auf dem Parteitag. Stattdessen sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Mitglieder der Partei entscheiden.
Gegen eine Entscheidung auf dem Parteitag sprach sich unter anderem der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio aus. Er sagte: „Sonst werden wir nie wieder glaubwürdig sein als basisdemokratische Partei.“
Rund 87 Prozent der Teilnehmer einer Mitgliederbefragung hatten sich dafür ausgesprochen, die Spitzenkandidaten-Frage nicht von den Delegierten in Dresden, sondern später von allen Mitgliedern entscheiden zu lassen.
Der sächsische Landes- und Fraktionsvorsitzende, Jörg Urban, hatte für eine Wahl schon auf dem Parteitag geworben. Er sagte, es sei „ein Gebot der Vernunft“, dass die AfD die kurze Zeit bis zur Bundestagswahl am 26. September nutze, „um unsere Spitzenkandidaten bekannt zu machen“.
Als möglicher Spitzenkandidat ist unter anderem der sächsische Bundestagsabgeordnete und Co-Parteivorsitzende Tino Chrupalla im Gespräch. Bei der Bundestagswahl 2017 waren Alexander Gauland und Alice Weidel das Spitzenteam. Ziel der zweitägigen Veranstaltung auf dem Messegelände ist die Verabschiedung eines Programms für die Bundestagswahl am 26. September.
An dem Parteitag nahmen 600 Delegierte teil. Vor dem Messegelände demonstrierten Dutzende Menschen lautstark gegen die Politik der AfD. Etwa 100 Teilnehmer eines Fahrradkorsos hatten eine Zufahrtsstraße blockiert. Deshalb kam es zu Verzögerungen bei der Anreise, der Parteitag begann mit Verspätung. Nach Angaben der Polizei blieben die Proteste friedlich. Für den Parteitag gilt ein Hygienekonzept. Die Delegierten müssen im Saal eine Masken tragen und sitzen jeweils an einem eigenen Tisch.
ein Teilnehmer einer Veranstaltung der Partei  AfD in der Sachsen Arena in Riesa trägt eine Mütze mit dem Logo der Partei. 13. Januar 2019. - SNA, 1920, 17.02.2021
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AfD-Wahlkampfslogan

Die AfD geht mit dem Slogan „Deutschland. Aber normal“ in den Wahlkampf. Diese „Normalität“ sei in den vergangenen 16 Jahren von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den regierenden Parteien zerstört worden, „begleitet von sozialistischen Oppositionsparteien wie den sogenannten „Grünen“ und den Linken, denen diese Zerstörung sogar noch nicht weit und nicht schnell genug geht“, sagte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen am Samstag zur Eröffnung eines Bundesparteitages in Dresden.
Meuthen zitierte zudem den Slogan der CDU aus dem Bundestagswahlkampf 1976: „Freiheit statt Sozialismus“. Heute stehe die AfD für Freiheit, die Grünen stünden für Sozialismus, sagte er. Die AfD wolle „zeigen, dass diese Verbotsorgien, dieses Einsperren, diesen Lockdown-Wahnsinn, dass es all das nicht braucht, wenn man den Menschen vertraut“, fügte der Parteichef hinzu.
Ziel der zweitägigen Veranstaltung auf dem Messegelände ist die Verabschiedung eines Programms für die Bundestagswahl am 26. September.

Antrag zur Abwahl von Meuthen

Der Bundesparteitag lehnte unter anderem einen Antrag auf die Abwahl von Parteichef Jörg Meuthen ab. Nur wenige der 565 anwesenden Delegierten stimmten am Samstag dafür, die Tagesordnung der zweitägigen Veranstaltung um einen entsprechenden Punkt zu erweitern. Der Antrag war von 50 AfD-Mitgliedern eingebracht worden.
Meuthen hält sich als Vorsitzender schon länger an der Spitze der Partei als alle seine Vorgänger. Mit Kritik an Parteifreunden, die „immer enthemmter auftreten“ und „rumkrakeelen und rumprollen“ hat sich der Europaabgeordnete in der Partei zuletzt Feinde gemacht.
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