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Streit um die Spritze: Russischer Hersteller fordert „Sputnik V“ von Slowakei zurück

© AFP 2021 / PETER LAZARDer inzwischen zurückgetretene Premierminister der Slowakei Igor Matovic im internationalen Flughafen in Kosice, als die erste Sputnik V-Lieferung ankommt. Den 1. März 2021
Der inzwischen zurückgetretene Premierminister der Slowakei Igor Matovic im internationalen Flughafen in Kosice, als die erste Sputnik V-Lieferung ankommt. Den 1. März 2021 - SNA, 1920, 09.04.2021
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Der Hersteller des russischen Corona-Impfstoffs „Sputnik V“ hat nach eigenen Angaben die slowakische Regierung aufgefordert, das Vakzin wegen mehrfacher Vertragsverletzungen zurückzuschicken. Die Slowakei hatte zuvor kritisiert, dass die gelieferten Dosen nicht identisch mit den zuvor in der Fachzeitschrift „The Lancet“ beschriebenen seien.
Ein entsprechender Bericht stammt vom slowakischen staatlichen Institut für Arzneimittelkontrolle SUKL. Die slowakischen Kontrolleure monierten, dass auch Informationen aus anderen Ländern, in denen „Sputnik V“ bereits eingesetzt werde, wegen mangelnder Übereinstimmung nicht auf die an die Slowakei gelieferten Vakzine anwendbar seien. Allein auf der Grundlage von Labortests sei es nicht möglich, auf die Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen zu schließen, heißt es weiter.
Der russische Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), der „Sputnik V“ offiziell vertritt, hat als Reaktion auf die Kritik die slowakische Regierung aufgefordert, das Vakzin wegen „mehrfacher Vertragsverletzungen“ zurückzuschicken, damit es in anderen Ländern verwendet werden könne.
Die slowakische Arzneimittelaufsicht habe den Impfstoff in einem Labor getestet, das nicht Teil des offiziellen Labornetzwerks für Arzneimittelkontrollen der EU sei, schrieb RDIF dazu auf Twitter. Das sei ein „Akt der Sabotage“. Berichte unter Berufung auf anonyme Quellen, dass der Sputnik-Impfstoff in der Slowakei sich von dem in „The Lancet“ beschriebenen unterscheide, seien „Fakes“. Auch erwarte RDIF zusätzliche falsche Nachrichten und Provokationen von Gegnern von „Sputnik V“ in der Slowakei. „Impfstoffe sollten Leben retten und nicht für geopolitische und interne politische Kämpfe eingesetzt werden.“ Auch bittet RDIF, das Vakzin in ein zertifiziertes Labor für Arzneimittelkontrollen der EU zur Überprüfung zu schicken.
Auf den Labor-Vorwurf konterte ihrerseits die SUKL-Sprecherin Magdalena Jurkemikova gegenüber der DPA, dass die Labortests im renommierten biomedizinischen Zentrum der Slowakischen Akademie der Wissenschaften erfolgt seien. Niemand habe SUKL im Voraus darauf hingewiesen, dass eine solche Testung vertragswidrig sein könnte. Der Vertrag werde selbst gegenüber dem Kontrollinstitut geheim gehalten.
Der RDIF behauptet seinerseits weiter, dass „alle Sendungen von ‚Sputnik V‘ von gleicher Qualität sind und am Gamaleja-Institut einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen werden“.

Slowakei und „Sputnik V“

Der Streit um „Sputnik V“ hatte in der vergangenen Woche zum Rücktritt des slowakischen Ministerpräsidenten Igor Matovic geführt. Es wurde ihm neben Fehlern im Krisenmanagement auch der hastige Ankauf des russischen Impfstoffs vorgeworfen. Matovic, der jetzt Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident ist, kritisierte die Angriffe auf ihn als böswillige Verschwörung. Jemand versuche offenbar „aus geopolitischen Gründen“ zu verhindern, dass „Sputnik V“ in der Slowakei mithelfen könne, Menschenleben zu retten, schrieb der Ex-Ministerpräsident dazu.
Auch Gesundheitsminister Marek Krajci, der unter anderem eine Ausnahmegenehmigung für die Anwendung von „Sputnik V“ erteilt hatte, trat zurück. Zugleich ordnete er jedoch an, dass der tatsächliche Einsatz erst nach Vorliegen einer positiven Prüfung durch SUKL beginnen dürfe. Deshalb wurden die am 1. März gelieferten 200.000 Impfdosen bisher nicht genutzt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 08.04.2021
Mögliche Lieferung von „Sputnik V“: Spahn kündigt bilaterale Gespräche mit Russland an
Matovic brach noch am Donnerstag nach Moskau auf, um mit dem RDIF-Chef zu sprechen, wie er auf Facebook mitteilte. Von seiner Reise schickte er eine Botschaft über Facebook an die Kritiker zu Hause, die die Vereinbarung mit Russland zerstört hätten: „Ich gratuliere euch Idioten! Ihr habt die Gesundheit von Millionen Menschen in der Slowakei als Geisel genommen.“
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