Nördliche Dimension: Impuls für Interaktion zwischen EU und Russland

© Foto : Mikhail BogachevXII Forum der Nördlichen Dimension
XII Forum der Nördlichen Dimension - SNA, 1920, 09.04.2021
Die Norddimension ist eine wichtige Plattform für die Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen der EU und Russland, meint Markus Ederer, EU-Botschafter in Russland beim Online-Forum der nördlichen Länder Europas. Die Teilnehmer drängen darauf, die globalen Herausforderungen nicht zu politisieren und der Zusammenarbeit neue Impulse zu verleihen.
Die Norddimension ist eine gemeinsame Politik der EU, Russlands, Norwegens und Islands zur Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen nordeuropäischen Ländern. Hauptgegenstand des Forums war diesmal das Thema „Interaktion heute: ein starker Impuls für die Bewegung von Menschen, Informationen, Energieressourcen, Gütern und Dienstleistungen“. Unter den Rednern waren Vertreter der an der Norddimension teilnehmenden Länder sowie hochrangige Vertreter der russischen und europäischen Wirtschaft.
„Die Norddimension bleibt eine wichtige Plattform für die Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen Russland und der EU in schwierigen Tagen, in denen sich die Beziehungen in einer Krise befinden. Allgemein ist bekannt, dass die Pandemie die Welt nicht verändert hat, sondern eine Reihe von Veränderungen ausgelöst hat, die wir zuvor noch nicht gesehen haben. Die Länder haben erkannt, dass sie in Bezug auf Produktion und Waren nicht weiter von anderen Ländern abhängig sein wollten. Das gilt auch für die nördlichen Länder. Vielleicht setzt sich der Abwärtstrend der Globalisierung fort“, schilderte Markus Ederer, EU-Botschafter in Russland.

Gemeinsame Herausforderungen

Gleichzeitig gebe es viele gemeinsame Herausforderungen, meinte der Präsident des Verbands der Europäischen Wirtschaft in Russland, Johan Vanderplaetse. „Die Anforderung der Zusammenarbeit ist heute aktueller denn je, wir alle sind uns dessen aufgrund globaler Veränderungen bewusst. Die Pandemie kennt keine Ländergrenzen und der Klimawandel auch nicht. Im Gegensatz zu Covid-19 kann das Klimaproblem nicht ein für alle Mal mit einem Impfstoff gelöst werden. Daher liegt die Zusammenarbeit in unserem gemeinsamen Interesse, und wir sollten die globalen Herausforderungen, vor denen wir stehen, nicht politisieren. Wir müssen die Zusammenarbeit aufbauen, nicht abbrechen.“
Das Thema Logistik ist während einer Pandemie akut. Nach der mehrtägigen Sperrung des Suezkanals aufgrund eines Unfalls stellten sich Fragen und es gab eine Suche nach anderen Möglichkeiten für den Warentransport. Vanderplaetse nannte die russische Nordseeroute in der Arktis als Alternative zur Route durch den Suezkanal, um Waren von Asien nach Europa zu transportieren. Sie habe ein erhebliches Potenzial für die Entwicklung von Häfen und Infrastruktur, betonte er.
Rohrlegeschiff Fortuna, das an den Bauarbeiten im Rahmen des Projekts Nord Stream 2 teilnimmt, in Wismar (Archivbild) - SNA, 1920, 05.04.2021
Nord Stream 2: „Je näher das Bauende, desto mehr Druck aus USA“ – russischer Vize-Außenminister
Grüne Energie, Digitalisierung, Energieeffizienz, neue Technologien in der Industrie und die Zusammenarbeit im Bereich der 5G-Technologien bleiben wichtige Themen der Norddimension. Heute sei es notwendig, nicht nur in den Bereichen der traditionellen Interaktion voranzukommen, sondern auch in anderen Bereichen, die eine Zusammenarbeit erfordern, Gemeinsamkeiten zu finden, sagte Alexander Gruschko, Vize-Außenminister Russlands. „Wenn wir keinen politischen Dialog beginnen, stehen wir möglicherweise vor Trennlinien, die zur Wahrung der Einheit Europas nicht erforderlich sind.“
Gruschko schlug vor, das Programm der Norddimension mit dem Programm der grenzüberschreitenden interregionalen Zusammenarbeit zwischen Russland und den EU-Staaten Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und Schweden sowie Norwegen zu verbinden. Russland sei zu einer solchen Zusammenarbeit bereit.
Die Politik der nördlichen Dimension wurde 1999 eingeleitet und 2006 erneuert. Sie zielt darauf ab, einen Rahmen zu schaffen für eine Entwicklung des Dialogs und einer konkreten Zusammenarbeit, für die Stärkung von Stabilität und Wohlstand sowie für die Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, für die Förderung der wirtschaftlichen Integration, der Wettbewerbsfähigkeit und der nachhaltigen Entwicklung in Nordeuropa.
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