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Hautärzte: Mehr Ekzeme wegen häufigen Händewaschens in der Pandemie

© CC0 / ivabalk / PixabayHändewaschen (Symbolbild)
Händewaschen (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.04.2021
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Dermatologen stellen seit Pandemie-Beginn mehr Hautekzeme fest. Schuld daran ist das häufige Händewaschen mit Seife, das im Rahmen des Infektionsschutzes empfohlen wird. Als weniger schädlich stufen Experten die Verwendung von Desinfektionsmitteln ein.
Menschen mit sehr trockener Haut oder einer Hautkrankheit wie Neurodermitis kennen das Problem: Wenn man sich zu häufig wäscht, bekommt man gerötete, juckende Stellen und die Haut wird rissig. Wegen des im Rahmen der sogenannten AHA-Regel empfohlenen gründlichen Händewaschens mit Seife bekommen Menschen mit gesunder Haut nun auch immer häufiger Handekzeme, wie Hautärzte bestätigen.
Besonders gefährdet seien Menschen im Medizin-Sektor, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Peter Elsner, Sprecher der deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG). Bei einer Befragung von über 100 Beschäftigten des Universitätsklinikums München hätten 90 Prozent über Trockenheit, Rötungen, Jucken, Brennen, Schuppen und Risse der Haut geklagt.
Laut Elsner ist das Desinfizieren schonender für die Haut als das Einseifen. Seife löse die Fette aus der Haut und zerstöre die natürliche Schutzbarriere. Die DGG empfiehlt daher die Verwendung eines viruswirksamen, alkoholischen Händedesinfektionsmittels anstelle von Seife, wenn die Hände nicht verschmutzt sind. Um die Haut zu beruhigen, solle nach jedem Waschen oder Desinfizieren Handcreme verwendet werden. Nach Meinung Elsners hatte die Empfehlung, zum Schutz vor Coronaviren auf häufiges Händewaschen mit Seife zurückzugreifen, „rein politische Gründe“ gehabt, weil zu Beginn der Pandemie Desinfektionsmittel knapp waren.
Anders als der DGG-Sprecher hält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das häufige und gründliche Händewaschen mit Seife für unverzichtbar. Sie räumt ein, dass dadurch der Schutzmantel der Haut angegriffen wird, und rät zu ph-neutralen Waschsubstanzen.
Christian Brandt, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin des Vivantes-Konzerns, rät dazu, die Hände nur dann mit Seife zu waschen, wenn es wirklich nötig ist, etwa vor dem Essen oder bei starker Verschmutzung. Brandt und Elsner stimmen darin überein, dass Desinfektionsmittel „effizienter, schneller und hautschonender“ sind als Seife. „Gegen Viren inklusive Corona ist Waschen mit Seife den alkoholischen Desinfektionsmitteln immer unterlegen“, so Brandt. Auch für unterwegs seien sie eine gute Alternative.
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