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US-Außenministerium will Boykott von Peking-Spielen 2022 mit Verbündeten diskutieren - China empört

© AFP 2021 / WANG ZHAOBanner für Olympische Winterspiele in Peking
Banner für Olympische Winterspiele in Peking  - SNA, 1920, 07.04.2021
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Die USA wollen mit ihren ausländischen Verbündeten einen möglichen gemeinsamen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking besprechen. Das gab der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price auf einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt.
„Das wollen wir sicherlich diskutieren“, sagte Price. „Ein koordiniertes Vorgehen ist nicht nur in unserem Interesse, sondern auch im Interesse unserer Verbündeten und Partner.“
Später schrieb Price auf Twitter: „Wie gesagt, wir haben keine Ankündigung bezüglich der Olympischen Spiele in Peking gemacht.“ 2022 sei noch weit entfernt, die USA würden sich aber weiterhin eng mit Verbündeten und Partnern beraten, um ein gemeinsames Anliegen zu definieren.
Ein hochrangiger Beamter des Außenamtes stellte als Reaktion auf Medienberichte über bereits laufende Gespräche klar, dass die USA derzeit keine Konversationen solcher Art führen würden. „Wir haben keine Diskussionen gehabt und haben keine Diskussionen über jedweden gemeinsamen Boykott mit Verbündeten und Partnern“, zitiert ihn die Zeitung „Financial Times“.
Die Vereinigten Staaten werfen China Menschenrechtsverletzungen vor, insbesondere in der autonomen uigurischen Region Xinjiang. Zuvor hatten bereits ein Bündnis von knapp 200 internationalen Menschenrechtsorganisationen sowie Politiker aus Kanada, Norwegen und den USA zum Boykott der Winterspiele in Peking 2022 aufgerufen.
China lehnt aber entschieden jegliche Politisierung des Sports durch einzelne Länder und Organisationen ab, die unter dem Motto des Schutzes der Menschenrechte versuchen, großangelegte Sportwettbewerbe zu stören und sich in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.
Auch das Internationale Olympische Komitee mit dem deutschen Präsidenten Thomas Bach hat alle Boykott-Forderungen zuletzt zurückgewiesen. Darüber hinaus hatte Susanne Lyons, Präsidentin des Olympischen und Paralympischen Komitees der USA (USOPC), zuletzt am 10. März einen Boykott kategorisch ausgeschlossen.
Sieben republikanische US-Senatoren hatten im Februar dazu aufgerufen, Peking die Spiele zu entziehen. Sie verwiesen auf die Verfolgung von Uiguren und Tibetern sowie Chinas Drohungen gegenüber Taiwan. Der Senator Rick Scott brachte dazu eine Resolution im Senat ein.

Reaktion aus Peking

China hat scharfe Kritik an den USA und der Diskussion über einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking geübt.
„Die Politisierung des Sports läuft der olympischen Charta zuwider, schadet den Interessen aller Sportler und der internationalen olympischen Bewegung“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Außenamtssprecher Zhao Lijian am Mittwoch.
Das Olympische Komitee der USA und der Rest der internationalen olympischen Bewegung würden da nicht mitmachen. China sei zuversichtlich, mit allen Parteien erfolgreiche und großartige Spiele sicherstellen zu können.
Die Vorwürfe über einen „sogenannten Völkermord“ unter der muslimischen Minderheit der Uiguren in Xinjiang nannte der Sprecher „nichts anderes als eine Jahrhundert-Lüge“. „Wenn die USA darauf bestehen, die Augen gegenüber den Fakten und der Wahrheit zu verschließen, China auf der Basis von Gerüchten absichtlich attackieren und verleumden, sind sie zum Scheitern verurteilt“, sagte der Sprecher weiter. Es werde der Glaubwürdigkeit, dem Ansehen und den Interessen der USA schaden.
Die XXIV. Olympischen Winterspiele sollen vom 4. bis 20. Februar 2022 in Peking stattfinden. Die Hauptstadt Chinas wurde 2015 auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees in Kuala Lumpur als Veranstaltungsort ausgewählt.
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