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Nach Anzeichen von Atemwegserkrankung: Nawalny negativ auf Corona getestet

© SNA / Valeriy MelnikovAlexej Nawalny (Archivfoto)
Alexej Nawalny (Archivfoto) - SNA, 1920, 07.04.2021
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Der inhaftierte russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny ist laut seiner Anwältin zweimal auf Coronavirus getestet worden.
Der erste Corona-Test sei negativ ausgefallen, sagte Nawalnys Anwältin, Olga Michailowa. „Daraufhin hat die FSIN (die russische Strafvollzugsbehörde – Anm. d. Red.) aus irgendeinem Grund einen zweiten Test machen lassen“, so Michailowa weiter. Das Ergebnis des zweiten Tests sei bislang nicht bekannt.
Zuvor war berichtet worden, dass Nawalny, der sich derzeit in der Justizvollzugskolonie Nr. 2 in der Region Wladimir befindet, wegen Anzeichen einer akuten Atemwegserkrankung in die medizinische Abteilung verlegt worden war. Im Verlauf der geplanten ärztlichen Untersuchung habe der Verurteilte Anzeichen einer Atemwegserkrankung, darunter hohes Fieber, aufgewiesen, teilte die Abteilung der Föderalen Strafvollzugsbehörde in der Region Wladimir (UFSIN) am vergangenen Dienstag mit.

Nawalny tritt in Hungerstreik

In der vergangenen Woche hatte Nawalny über seinen Instagram-Account bekannt gegeben, er sei in den Hungerstreik getreten. Der inhaftierte Kremlkritiker forderte, einen Arzt seiner Wahl zu ihm zu lassen, dessen Besuch ihm verwehrt worden sein soll.
Teilnehmer der Versammlung und Journalisten vor der Haftanstalt, wo sich Alexej Nawalny befindet - SNA, 1920, 06.04.2021
Direkt vor Nawalny-Gefängnis: Polizei löst Versammlung auf
Zuvor hatte Nawalnys Anwältin, Olga Michailowa, nach einem Besuch bei ihm in der Justizvollzugsanstalt über gesundheitliche Probleme ihres Mandanten berichtet. Ihr zufolge hat der 44-Jährige Schmerzen im Rücken und in einem Bein. Nach den Angaben von Michailowa durfte der eingeladene Arzt Nawalny nicht besuchen. Die empfohlenen Medikamente dürften an ihn nicht weitergegeben werden, und seine Diagnose und die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung seien immer noch nicht bekannt.
Alexej Nawalny im Moskauer Gericht am 2. Februar 2021 - SNA, 1920, 01.04.2021
Nawalny tritt in Hungerstreik – Strafvollzugsbehörde weist Vorwürfe von Kreml-Kritiker zurück
Die russische Strafvollzugsbehörde FSIN hat Nawalnys Vorwürfe wegen schlechter Behandlung zurückgewiesen. Laut der regionalen Strafvollzugsbehörde bekommt der Kreml-Kritiker entsprechend den aktuellen medizinischen Indikationen „jede notwendige medizinische Hilfe“.

Nawalnys Verurteilung

Am 2. Februar hatte das Simonowski Gericht in Moskau Nawalny zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Die Bewährungsstrafe aus dem Verfahren von 2014, bei dem es um Unterschlagung von insgesamt rund 500.000 Euro ging, wurde somit in eine Haftstrafe umgewandelt. Die Haftstrafe wurde um die Zeit verkürzt, die Nawalny zuvor im Hausarrest verbracht hatte. Nawalny wird daher ungefähr zwei Jahre und fünf Monate im Gefängnis absitzen müssen.
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