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Bundeswehr beginnt mit 325 Rekruten neuen Freiwilligendienst – Reaktionen deutscher Verbände

© AP Photo / Thomas KienzleElitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) (Archiv)
Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) (Archiv) - SNA, 1920, 07.04.2021
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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Dienstag in Berlin das Projekt „Dein Jahr für Deutschland – Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ gestartet, wie aus einer Mitteilung der Bundesregierung folgt. Kritik an dem Projekt kommt von deutschen Wohlfahrtsverbänden.
Im Rahmen des Projektes durchlaufen die ersten 325 Rekruten eine siebenmonatige Ausbildung in Wohnortnähe, wonach sie der Reserve zur Verfügung stehen sollten. Nach Angaben der Bundeswehr gab es 9000 Bewerber für das Programm. Kramp-Karrenbauer selbst freut sich über das rege Interesse.
„Wir waren selbst überrascht, wie groß das Interesse ist“, sagte die Ministerin.
Im ersten Jahr sollen 1000 Männer und Frauen ausgebildet werden. Unter den ersten Rekruten sind 16 Prozent Frauen. Der Dienst besteht aus einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung und Reservisteneinsätzen in den folgenden sechs Jahren.
„Ein monatliches Einstiegsgehalt beträgt ca. 1400 Euro netto, im Reservistendienst wird das Gehalt nach dem Unterhaltssicherungsgesetz pro aktiven Reservistentag berechnet, mindestens 87 Euro netto“, folgt aus einer Mitteilung der Bundeswehr auf ihrer Webseite.
Bei einigen Politikern und Verbänden ruft jedoch die Initiative Kritik hervor.

Reaktionen deutscher Wohlfahrtsverbände

So äußerte sich der Präsident des katholischen Wohlfahrtsverbands, Peter Neher, kritisch. „Die Bundeswehr sollte es als das bezeichnen, was es ist: Es ist eine Art Schnupperkurs für die Bundeswehr“, sagte er gegenüber der ARD. Freiwilligendienste seien das Vorrecht der Zivilgesellschaft, nicht des Staates. Neher fordert, die bestehenden Freiwilligendienste wie das Soziale Jahr, das Ökologische Jahr und den Bundesfreiwilligendienst zu stärken.
Indes betonte die Verteidigungsministerin: „Wir nehmen niemanden etwas weg.“
Wenn die Bundeswehr vielmehr mit der Einführung des neuen Dienstes eine Debatte über eine stärkere Förderung von freiwilligem Engagement in der Gesellschaft anstoße, so Kramp-Karrenbauer, dann sei dies eine gute Entwicklung.
Auch die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann übte Kritik an dem neuen Dienst.
„Was wir brauchen, sind junge Männer und Frauen, die bereit sind, in den Einsatz zu gehen, und die bereit sind, so ausgebildet zu werden, dass unsere Freiheit in Frieden geschützt wird“, sagte sie gegenüber dem Sender NDR Info.
„Das ist mit einem solchen sozialen Jahr nicht getan.“
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bedankte sich auf Twitter bei 325 Rekruten, die gestern ihren Dienst im Rahmen des Projektes „Dein Jahr für Deutschland – Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ begonnen hatten.
„Die neuen Heimatschutzregimente stärken das freiwillige Engagement für unsere Gesellschaft und die Einsatzfähigkeit unserer Bundeswehr“, twitterte er.
Indes vertrat die Fraktion Die LINKE im Bundestag die Auffassung, dass die Bundeswehr zivile Freiwilligendienste schwächen würde.
„De facto geht es der Bundeswehrführung mit dem ‚Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz‘ um Rekrutierung neuer Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr. Ein Einsatz im Innern ist der Bundeswehr aus guten Gründen untersagt, einen Auslandseinsatz dürfen diese Freiwilligen aus guten Gründen ebenfalls nicht leisten“, erklärte Tobias Pflüger, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.
Die Bundeswehr wolle mit dem neuen Dienst eine von ihr behauptete Lücke bei der bisherigen Rekrutierung ausgleichen. DIE LINKE lehne den heute gestarteten sogenannten Heimatschutzdienst ab, so Pflüger.
Die Sprecherin der Grünen Jugend Niedersachsen Svenja Appuhn twitterte: „Heute geht der Freiwilligendienst im sogenannten Heimatschutz los - Einstiegsgehalt netto 1400€. Die FSJ-ler*innen in Krankenhäusern und Pflegeheimen ersetzen währenddessen weiter für 300€ im Monat die fehlenden Pflegekräfte. Prioritäten sind klar“.
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