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Wird „Sputnik V“ auch Europa erreichen können?

© SNA / Abid MazharImpfstoff Sputnik V
Impfstoff Sputnik V - SNA, 1920, 05.04.2021
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Einführung von Coronavirus-Impfstoffen in Europa als inakzeptabel langsam kritisiert. Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, rechnet nun mit der Anerkennung des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ in Europa.
Die Bewohner vieler EU-Länder, die von der dritten Welle der Pandemie betroffen sind, mussten das Osterwochenende in einer Sperre verbringen. In Deutschland können die kommenden Wochen noch einmal herbe Einschränkungen mit sich bringen, mahnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Fernsehansprache zur dritten Welle der Pandemie. Es sei zwar viel gelungen in der Bekämpfung der Pandemie, aber einiges falsch gelaufen. Er nannte die Beispiele Testen, Impfen und digitale Lösungen.
Die Quarantäne verdunkelte den Urlaub auch für die Franzosen. Ab Samstagabend dürfen sie sich nicht mehr als zehn Kilometer von ihrem Zuhause entfernt bewegen. In Italien wurde eine landesweite Quarantäne angekündigt. Bis Montag wurde das Verlassen des Hauses verboten, sofern dies nicht unbedingt erforderlich sei.
Die Behörden der EU-Länder, in denen die Zahl der Fälle zunimmt, haben einen dritten Lockdown eingeführt, der die galoppierende Infektion nicht eindämmen kann. Die Menschen möchten ihre Impfstoffdosis erhalten, dies ist jedoch nicht immer möglich, da zuerst die gefährdeten Personen geimpft werden. Es ist noch nicht möglich, jedem ein Anti-Coronavirus-Serum zur Verfügung zu stellen. Viele beabsichtigen nach Berichten über mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen der Anwendung von Vaxzevria (neuer Name von Astrazeneca), auf andere Impfstoffe zu warten.
Deutschland versucht auch, das Impftempo zu beschleunigen, indem es alle von der europäischen Regulierungsbehörde zugelassenen Impfstoffe verwendet, Vaxzevria jedoch eigene Altersbeschränkungen auferlegt. Dieses Vakzin kann nur geimpft werden, wenn man bereits 60 Jahre alt ist. Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen Covid-19 geimpft. Dies mit dem Impfstoff von Biontech, dann auch mit den Vakzinen von Moderna und Astrazeneca.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierte neulich die Einführung von Coronavirus-Impfstoffen in Europa als „inakzeptabel langsam“. So seien Impfstoffe der beste Ausweg aus dieser Pandemie, doch die Einführung und Verteilung dieser Impfstoffe gehe schleppend voran und verlängere die Pandemie in der gesamten europäischen Region, teilte Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, am vergangenen Donnerstag mit. Kluge fordert eine Beschleunigung dieses Prozesses durch die Steigerung der Produktion sowie durch den Abbau von Hindernissen für die Verabreichung von Impfstoffen.
„Ich habe die Skepsis gegenüber der EU-Registrierung des russischen ‘Sputnik V‘ nie verstanden. Von Anfang an habe ich mich für Vertrauen eingesetzt. Russland hat eine lange Geschichte in der Herstellung und Entwicklung von Impfstoffen, und ich glaube an sie. Hoffentlich wird der Impfstoff in naher Zukunft in der Region eingesetzt, und wir brauchen ihn wirklich. Die EU und andere Länder bekämpfen den Impfstoffmangel“, betonte Hans Kluge nun im Interview gegenüber russischen Medien. Während die Impfrate weiterhin gering sei, müssten die EU-Länder Quarantänen und andere Maßnahmen einführen, um Verzögerungen auszugleichen und um die hart erkämpften Erfolge nicht zu gefährden, meint Kluge.
Allerdings habe es die Europäische Union nicht eilig, den russischen Impfstoff „Sputnik V“ als vollwertiges Handelsprodukt auf den Markt zu bringen, wie Alexander Ginzburg, Direktor des Gamaleja-Instituts, in dem der Impfstoff entwickelt wurde, meint. „Aus Angst vor seinen hohen Verbrauchereigenschaften, dank derer er die von der europäischen Bürokratie geförderten Produkte zurückdrängen kann.“
Seit Anfang März wird der russische Impfstoff gegen das Coronavirus, „Sputnik-V“, bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA einem schrittweisen Untersuchungsverfahren unterzogen, das unter anderem Empfehlungen für die Verwendung in den EU-Ländern gibt. Medienberichten zufolge könnte das russische Medikament bereits im Mai die EMA-Zulassung erhalten – wenn keine neuen Hindernisse entstehen sollten.
Wie letzte Woche der russische Auslandsgeheimdienst mitteilte, versuche die Europäische Union, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um den Markteintritt des russischen Impfstoffs zu verhindern. So kündigte der EU-Kommissar für den EU-Binnenmarkt, Thierry Breton, die Ablehnung des russischen Impfstoffs gegen Coronaviren an, „selbst angesichts der ständig wachsenden Bedrohung des Lebens von Hunderttausenden EU-Bürgern“. Der Leiter der Abteilung für strategische Kommunikation und Informationsanalyse des Europäischen Außenpolitischen Dienstes, Lutz Gulner, ist der Ansicht, dass „die Europäische Arzneimittel-Agentur die Zertifizierung des russischen Impfstoffs bis Juli-August verschieben sollte, damit westliche Unternehmen ihre Produktion ausweiten können und alle Nischen auf dem Markt besetzen“.
Mittlerweile führen die Behörden der EU-Länder Beschränkungen ein und stoppen teilweise das Wirtschaftsleben, da dies aus ihrer Sicht die einzige Möglichkeit ist, die Anzahl der Infektionen zu verringern und den Zusammenbruch des Krankenhaussystems zu verhindern.
Als erstes EU-Land hat Ungarn mit der Verabreichung des russischen COVID-19-Impfstoffs „Sputnik V“ begonnen. Die Impfung von Lehrern ist in Ungarn in vollem Gange. Nach dem Plan der Behörden werden bis zum 11. April über 160.000 Lehrer die erste Dosis des Coronavirus-Impfstoffs erhalten. Die Schulen sollen in einer Woche geöffnet werden.
Derzeit wurde der russische Impfstoff „Sputnik V“ bereits von den Aufsichtsbehörden von 59 (Stand 05.04.2021) Ländern registriert, deren Gesamtbevölkerung 1,5 Milliarden Menschen übersteigt, sagte Kirill Dmitriew, Direktor des russischen Direktinvestitionsfonds. Die erste Lieferung von „Sputnik V“ ist in Libyen eingetroffen. Das libysche Gesundheitsministerium gab an, über 100.000 Dosen der russischen Vakzine erhalten zu haben. Die EU hat zugesagt, Libyen 50.000 Dosen Coronavirus-Impfstoff zur Verfügung zu stellen.
Corona-Impfstoff Sputnik V (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.04.2021
Impfstoffentwickler: EU befürchtet Konkurrenz von „Sputnik V“ zu europäischen Herstellern
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