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Oktoberfest in Corona-Zeit: Branchenvertreter sieht „fifty-fifty“-Chance

© SNA / Alexej WitwizkijOktoberfest in München (Archivbild)
Oktoberfest in München (Archivbild) - SNA, 1920, 05.04.2021
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Die Entscheidung über das weltweit größte Volksfest steht noch aus, doch die Plätze an den Wiesntischen sind nach Angaben der Branchenvertreter schon jetzt stark gefragt. Anders sieht es aber mit der Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten aus.
„Die Resonanz ist sehr positiv“, sagt der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. „Die Leute wollen kommen.“ Bei den Hotelbuchungen gibt es dagegen merkliche Zurückhaltung. Wie von Hotelketten und Reiseportalen zu hören ist, gehen dort weniger Reservierungen, Buchungen und Suchanfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten zur Wiesnzeit ein.
In normalen Jahren kommen in den beiden Festwochen sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt. Sie trinken, singen und feiern in den Zelten auf engstem Raum. Ohne wirksamen Impfschutz böte das Fest alle Voraussetzungen für ein internationales Superspreader-Event. In diesem Jahr ist das Oktoberfest vom 18. September bis 3. Oktober geplant.
Trotzdem haben sich laut Inselkammer die allermeisten Stammgäste schon jetzt ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten alle ihre angestammten Wiesntische so bestellt wie 2019.
„Nur ganz wenige haben abgesagt.“ Die meisten Reservierungen kämen von Gästen aus München und der Region; es gebe aber auch Anfragen aus dem Ausland. Er selbst schätze die Chance für eine Wiesn „fifty-fifty“, sagt Inselkammer. „Ich bin zuversichtlich. Aber es hängt natürlich vor allem von den Impfungen ab.“
Den Wirten zufolge ist Anfang Juni der späteste Zeitpunkt für eine Absage oder Zusage zum Oktoberfest. „Dann müssten wir die Aufbaufirmen beauftragen“, sagt Inselkammer. Die Stadt will voraussichtlich im Mai den Daumen heben oder senken.
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Er würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zuletzt. „Man darf sehr skeptisch sein.“ Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht das ähnlich: „Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann.“
„Eine abgespeckte Version ist keine Wiesn. Das wollen wir nicht“, sagt auch Wirtesprecher Inselkammer. „Mit Masken, begrenzten Plätzen und Abstand im Zelt: Das ist wirtschaftlich sinnlos - und das ist auch keine Wiesn, wie wir sie lieben und wollen. Das macht keinen Spaß.“
Die Wirte würde eine erneute Absage viel Geld kosten. Allein Inselkammer veranschlagt die laufenden Kosten ohne Wiesn auf 400.000 Euro. Der Wirtschaftswert des weltweit größten Volksfestes liegt bei 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.
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