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Mehr Kinder in Deutschland wegen Pandemie von Obdachlosigkeit bedroht – Stiftung

© SNA / Konstantin Michaltschewskij / Zur BilddatenbankJugendlicher (Symbolbild)
Jugendlicher (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.04.2021
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Markus Seidel, Vorstandssprecher und Gründer der deutschen Hilfsorganisation „Off Road Kids“, hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA die Beobachtungen zu Coronavirus-Pandemie und der Gefahr für Kinder, obdachlos zu werden, mitgeteilt.
Nach einer früheren Erhebung des Deutschen Jugendinstituts haben in Deutschland etwa 37.000 junge Menschen (bis 26 Jahre) keinen festen Wohnsitz. Wie die DPA am Sonntag unter Berufung auf den „Off Road Kids“-Gründer meldet, seien durch die Corona-Pandemie Kinder und Jugendliche verstärkt von Obdachlosigkeit bedroht.
„Wo es brodelt in Familien, kann es im Lockdown zum totalen Zerwürfnis kommen. Das endet dann schon mal mit dem Rausschmiss“, meinte Seidel.
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Betroffen seien vor allem Jugendliche und Heranwachsende ab 17 Jahre. Das vergangene Jahr habe bei der bundesweit tätigen Hilfsorganisation alle traurigen Rekorde gebrochen:
„Wir haben 2474 Hilferufe von verzweifelten Straßenkindern und jungen Menschen erhalten, die in Deutschland akut von Obdachlosigkeit bedroht sind. Das waren doppelt so viele wie im Vorjahr.“
40 Prozent der hilfesuchenden Kids stammten laut Seidel aus den Ballungsräumen Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Köln. Die gestiegene Nachfrage nach Hilfe habe aber nicht unbedingt mit mehr Kindern und Jugendlichen in Not zu tun.
„Familienzerwürfnisse werden nur offenbarer – junge Menschen trauen sich, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen.“
Der Anstieg der Rufe könnte auch dadurch erklärt werden, dass das bundesweite Online-Hilfsangebot „sofahopper.de“ bekannter geworden sei. Als „Sofahopper“ bezeichnet Seidel junge Leute, die in ihrer Not bei mehr oder weniger guten Bekannten vorläufig auf dem Sofa unterkommen.
„Corona hat die Digitalisierung unserer Arbeit massiv beschleunigt.“
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Bisher sei es so, dass junge Menschen, die zu Hause rausgeflogen seien, zunächst mal in ihrem Heimatort umhergeirrt und dann Richtung Großstädte gezogen seien, um sich dort der Obdachlosenszene anzuschließen. Über Internet und Social Media sei es möglich, an diese verzweifelten jungen Menschen ranzukommen. Damit würden auch die Chancen steigen, jemandem wieder auf die Beine zu helfen.
Die Pandemie habe aber nicht nur negative Folgen, betonte der „Off Road Kids“-Vertreter. Viele Familien hätten sich in der Krise sicher auch gefunden, weil sie viel Zeit füreinander gehabt hätten.
Ob Zerwürfnis, Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch – Seidel zufolge verlassen nicht nur ärmere Kinder ihr Zuhause.
„Das geht kreuz und quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Aber räumliche Enge wirkt natürlich als Katalysator.“
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Die Hilfsorganisation mit Stiftungssitz München wurde 1993 im südbadischen Bad Dürrheim von dem Journalisten und Buchautoren Markus Seidel gegründet. Ziel: Not leidenden jungen Menschen langfristig helfen – von der Schulausbildung über das Besorgen eines Jobs bis hin zur Wohnmöglichkeit. „Off Road Kids“-Sozialarbeiter hätten bislang 7100 Betroffene bis 27 Jahre vor Obdachlosigkeit bewahrt.
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