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Empörung über „Blackfacing“ – Bayerischer Rundfunk wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

CC BY-SA 3.0 / Bin im Garten / Wikimedia CommonsFernsehstudio des Bayerischen Rundfunks (Symbolbild)
Fernsehstudio des Bayerischen Rundfunks (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.04.2021
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Der Bayerische Rundfunk (BR) hat nach viel Kritik einen satirischen Beitrag mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten verteidigt. Kommentatoren in den sozialen Netzwerken bezeichneten den Beitrag als rassistisch.
In der Sendung „SchleichFernsehen“ am Donnerstagabend schlüpfte Kabarettist Helmut Schleich in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß – und nutzte dafür das Mittel des „Blackfacings“. Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen.
Eine Sprecherin des BR teilte mit, die Diskussionen zum Thema Blackfacing und der damit verbundenen Problematik seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld der Sendung intensiv mit Helmut Schleich diskutiert worden.
„In einem Satireformat muss dem Künstler aber auch ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden. Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus.“

Ausdrücklich Karikatur

Weiter teilte der BR mit: Die Kunstfigur Maxwell Strauß sei ausdrücklich eine Karikatur von Franz Josef Strauß und sei als solche nicht losgelöst vom Text zu beurteilen: Inhalt des Beitrages sei das autoritäre Machtverständnis der Kunstfigur Maxwell Strauß.
Auf seiner Homepage schreibt der BR zur Sendung, Schleich scheue „auch vor den aberwitzigsten Kostümierungen nicht zurück“. Laut BR sagte Schleich zu dem Beitrag, als Kabarettist sei es seine Aufgabe, Dinge überspitzt darzustellen. „Gerade durch einen erfundenen Sohn Maxwell Strauß zeige ich den Import neokolonialer Strukturen aus dem globalen Norden nach Afrika auf.“

„Rassismus ist nicht witzig“

Vielen Social-Media-Nutzern geht diese Darbietung jedoch offensichtlich zu weit.
Der folgende Twitter-Nutzer spricht von einem Rassismus-Problem in Deutschland.
Auch der nächste Kommentator will den Beitrag nicht als „Satire“ verstanden wissen.
Dieser Nutzer zeigt sich fassungslos.
Weitaus deutlicher fallen die Worte von Herr Naumann aus.
„Schämt euch BR-Presse“, heißt es in einem anderen Kommentar. „In einem Land, das kürzlich von Korruptionsskandalen weißer männlicher Politiker erschüttert wurde, haben Ihr keine Scham davor, Blackfacing für eine politische Satire zu verwenden! Ihr befeuert nicht nur den bestehenden Rassismus in Deutschland! Ihr seid die Quelle des Rassismus in Deutschland!“
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