Nord Stream 2: Russischer Rohrleger unterwegs zur Wirtschaftszone Dänemarks

© SNA / Alexej Witwizki / Zur BilddatenbankRussisches Rohrlegeschiff "Akademik Cherskiy" im Hafen Mukran auf der Insel Rügen (Archiv)
Russisches Rohrlegeschiff Akademik Cherskiy im Hafen Mukran auf der Insel Rügen (Archiv) - SNA, 1920, 30.03.2021
Zur Fortsetzung der Arbeiten an der Ostseepipeline Nord Stream 2 fährt das russische Rohrverlegeschiff „Akademik Cherskiy“ derzeit zur ausschließlichen Wirtschaftszone von Dänemark. Das teilte der Projektbetreiber Nord Stream 2 AG am Dienstag mit.
Die Verlegung der Rohre auf dem letzten Abschnitt der Leitung werde in Kürze anlaufen, hieß es.
Den Angaben zufolge baut der andere Rohrverleger – „Fortuna“ – im dänischen Gewässer den zweiten Strang der Pipeline fertig. Die „Akademik Cherskiy“ solle den Bau des ersten Stranges wiederaufnehmen.

Nur noch 148 Kilometer Rohre zu legen

Im vergangenen Dezember hatte die „Fortuna“ 2,6 Kilometer Rohre im Territorialgewässer Deutschlands verlegt. Nach Angaben der Nord Stream 2 AG sind nur noch 148 der insgesamt 2460 Kilometer langen Leitung zu bauen – 120 Kilometer im dänischen und rund 28 Kilometer im deutschen Territorialgewässer.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates des russischen Gaskonzerns Gazprom, Viktor Subkow, hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass die Ostseepipeline Nord Stream 2 im laufenden Jahr fertiggebaut werde.

Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2

Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometer Gesamtlänge fließen.
Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 28.03.2021
Blinken: Es liegt an Nord-Stream-2-Errichtern, ob sie die Pipeline fertigbauen
Der Anlandepunkt für Nord Stream 2 liegt am Greifswalder Bodden neben dem der ersten Nord-Stream-Leitung. Er wird mit der Gasaufnahmestation von Gascade - einer Tochter von Wintershall und Gazprom - verbunden. Die Gesamtfläche der Aufnahmestation beträgt 11,9 Hektar. In der Station wird das russische Gas noch einmal gefiltert, der Druck in der Rohrleitung gesenkt, das Gas angewärmt und gemessen. Anschließend kommt es über die Anbindungsleitungen NEL und EUGAL ins Gastransportsystem der Europäischen Union.

Gegner des Projekts

Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt: Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab. Und die USA wollen russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen.
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