Mehrere Tausend Schuss Munition geklaut? 17 Beamte der Polizei Sachsen unter Verdacht

Deutsche Polizei - SNA, 1920, 30.03.2021
Am heutigen Dienstag haben in den Diensträumen des Landeskriminalamtes (LKA) der sächsischen Polizei und teilweise auch an den Privatadressen von 17 Beschuldigten Exekutivmaßnahmen stattgefunden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat bereits Ermittlungen aufgenommen.
Es bestehe Verdacht des gemeinschaftlichen Diebstahls, geht aus einer entsprechenden Mitteilung des LKA heraus, des Verstoßes gegen das Waffengesetz und des Verdachts der Bestechlichkeit.
Die vier Hauptbeschuldigten unter den Beamten sollen im November 2018 aus ihnen dienstlich zugänglichen Beständen der sächsischen Polizei 7000 Schuss Munition entwendet haben. Die Munition sollen sie nachfolgend am Rande einer polizeilichen Ausbildungswoche auf eine private Schießanlage in Güstrow gebracht und als Gegenleistung anstelle einer Bezahlung an die Firma „Baltic Shooters“ für ein nicht-dienstliches Schießtraining übergeben haben.
Die weiteren 13 Verdächtigen haben mutmaßlich am Schießtraining teilgenommen. Gegen sie wird wegen der Beihilfe zum gemeinschaftlichen Diebstahl sowie wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Bei den Beschuldigten geht es dabei um Angehörige eines Mobilen Einsatzkommandos der sächsischen Polizei.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurde das erwähnte Schießtraining beantragt, jedoch durch den entscheidungsbefugten Vorgesetzten untersagt. Darüber setzten sich die Bediensteten bewusst hinweg.
„Die Vorwürfe gegen die Bediensteten des Mobilen Einsatzkommandos wiegen schwer. Sie fühlen sich wie ein Schlag ins Gesicht meiner Behörde an“, kommentierte Präsident des Landeskriminalamtes Sachsen, Petric Kleine, den Vorfall. Er sei wütend und enttäuscht darüber, dass sich ein ganzes Kommando bewusst nicht nur über dienstliche Weisungen hinweggesetzt habe, sondern Einzelne unter ihnen das bestehende Vertrauensverhältnis für kriminelle Aktivitäten missbraucht hätten.

„Durch ihr inakzeptables und verantwortungsloses Handeln haben sie es geschafft, die tagtäglich geleistete gute Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quasi mit Füßen zu treten. Der angerichtete Schaden für das Image und die Reputation meines Hauses und der sächsischen Polizei ist riesengroß. Jetzt gilt es die Vorgänge zügig, lückenlos, nachhaltig und mit aller Konsequenz aufzuklären, auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen."

Wegen der schwerwiegenden Vorwürfe ist für vier Bedienstete die Führung der Dienstgeschäfte verboten worden. Zudem wurden alle mutmaßlich Beteiligten mit sofortiger Wirkung aus dem Mobilen Einsatzkommando in andere Bereiche umgesetzt. Gegen alle Betroffenen wurden Disziplinarermittlungen eingeleitet.
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