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Konsumstau wegen Corona – Deutsche horten Rekordsummen

© CC0 / PixabayGeld (Symbolbild)
Geld (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.03.2021
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Deutschlands Bürger haben in der Coronavirus-Krise Unsummen an Geld gehortet, meldet am Sonntag die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf Banken und Ökonomen.
Die Bankeinlagen der privaten Haushalte sind von Januar 2020 bis Januar 2021 um 182 Milliarden auf 1,73 Billionen Euro gestiegen, zitiert die Agentur aus dem März-Monatsbericht der Bundesbank. Laut der am 24. März veröffentlichten Konjunkturprognose des Münchner Ifo-Instituts staute sich 2020 bei den privaten Haushalten eine „Überschussersparnis“ im Umfang von über 100 Milliarden Euro. Das Institut geht davon aus, dass diese Summe im ersten Quartal noch einmal steigt.
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Die Corona-Wirtschaftskrise hat laut der DPA auf den ersten Blick die paradoxe Folge, dass viele Bürger erheblich mehr Geld auf dem Konto haben als vor einem Jahr. Und ein Ende der Konsumzurückhaltung ist kurzfristig nicht in Sicht.
„Die Einlagen werden weiter wachsen, das zeigt sich schon in den ersten acht Wochen des neuen Jahres“, sagte Jürgen Gros, Präsident des bayerischen Genossenschaftsverbands GVB, dem Dachverband der Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat, gegenüber der Nachrichtenagentur.
Die Verbraucherkredite seien rückläufig gewesen. Die Kontenüberziehung sei sehr stark zurückgegangen. Nach dem Eindruck des GVB-Chefs wird das anhalten, „weil die Verunsicherung bei den Menschen extrem groß“ sei.
Für die Banken sind die vielen zusätzlichen Milliarden auf den Konten ihrer Kundschaft eine unwillkommene Last. Denn die Banken müssen die Gelder ihrerseits anlegen, was wegen der anhaltenden Negativzinsen sehr teuer ist.
„Vertrauen kann auch eine Bürde sein“, klagte Ulrich Reuter, Präsident des bayerischen Sparkassenverbands, über den Kundenzuspruch.

Spareifer teilweise unfreiwillig

In Teilen sei der Spareifer unfreiwillig, zitiert die DPA die Bundesbank und Ökonomen sowie Praktiker aus der Finanzbranche. Die Kunden hätten deutlich weniger Möglichkeiten zum Konsumieren gehabt, meinte Christian Nau, Geschäftsführer des Kreditbereichs beim Online-Portal Check24.
„Urlaubsreisen waren kaum möglich, auch größere Anschaffungen gar nicht so einfach.“
Ein weiterer Grund bestehe darin, dass die Banken bei der Kreditvergabe an weniger bonitätsstarke Kunden vorsichtiger geworden seien.
„Manche haben Kredite nicht mehr bekommen, die sie vor der Krise noch bekommen hätten.“
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Fachleute rechnen damit, dass der Konsum wieder anzieht, wenn die Krise abklingt. Check24-Kreditmanager Nau prophezeite aber, dass es „nicht schlagartig mit einem Big Bang“ wieder zu mehr Ausgaben bei den Deutschen kommen werde. Genauso wenig, wie auch die Corona-Krise „mit einem Big Bang vorübergehen“ werde.
„Das steht und fällt mit der Entwicklung der Infektionszahlen und den damit einhergehenden Lockerungen“, meint Konsumforscher Rolf Bürkl von der Nürnberger GfK. „Es ist ein gewisser Nachholbedarf aufgelaufen, gerade wenn ich an Urlaub denke.“
Doch in manchen Bereichen lässt sich einmal Ausgefallenes oder Gestrichenes gar nicht aufholen. Man gehe etwa nicht alle zwei Wochen zum Friseur, weil man davor ein halbes Jahr gar nicht gehen konnte, so Bürkl.
„Beim Urlaub ist durchaus möglich, dass die einen oder anderen vielleicht einmal mehr in den Urlaub fahren oder sich einen aufwendigeren Urlaub leisten, weil sie die finanziellen Mittel haben und sich etwas gönnen wollen.“

Höhere Preise in Tourismus und weiteren Branchen nach der Pandemie möglich

Aus der Sicht von Bürkl und anderer Experten wird Urlaub allerdings mutmaßlich teurer werden. Die schwer getroffene Tourismusindustrie wird mit großer Wahrscheinlichkeit versuchen, einen Teil ihrer immensen Umsatzverluste durch Preiserhöhungen hereinzuholen. Markus Demary vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erwartet höhere Preise unter anderem auch für Friseurbesuche und Konzertkarten.
Andere werden es nach Einschätzung des Fachmanns für Geldpolitik und Finanzmärkte schwerer haben, höhere Preise durchzusetzen – Kinos beispielsweise, denen die Streamingdienste Konkurrenz machen.
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Für die nähere Zukunft gilt in Sachen Konsum, was für die Pandemie insgesamt gilt: Verlässliche Vorhersagen sind unmöglich.
„Ob es tatsächlich zu zusätzlichen Konsumausgaben im nennenswerten Umfang kommt, ist allerdings fraglich“, so der Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser der DPA zufolge.
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