Nord Stream 2: Gazprom-Manager nennt Frist für die Fertigstellung

© SNA / Jekaterina SolowjewaBaustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin
Baustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin - SNA, 1920, 26.03.2021
Der Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 wird nach Aussage des Gazprom-Managements noch in diesem Jahr vollendet.
„Es fehlt nur noch ganz wenig“, sagte Viktor Subkow, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Energiekonzerns Gazprom, vor Journalisten in Berlin. Die Arbeiten an der Erdgasleitung Nord Stream 2 seien in Gang und zu 90 bis 92 Prozent abgeschlossen. Die Pipeline „wird in diesem Jahr definitiv fertiggebaut“, so der Manager.

USA machen Ärger

Nord Stream 2 verläuft durch die Ostsee von Russland nach Deutschland. Ausgelegt für eine Jahreskapazität von maximal 55 Milliarden Kubikmeter Gas, soll die Leitung nicht nur Deutschland, sondern auch andere europäische Länder mit Erdgas versorgen.
Die USA sperren sich gegen das russisch-europäische Pipelineprojekt, weil sie Vorzugsbedingungen für den Absatz ihres Flüssiggases in Europa schaffen wollen. Die Arbeiten an der Pipeline mussten zeitweise eingestellt werden, nachdem Washington im Dezember 2019 strikte Sanktionen gegen die projektbeteiligten Firmen verhängt hatte.
Gleichzeitig erklärt Washington, der Streit um Nord Stream 2 werde keinen Einfluss auf die amerikanisch-deutschen Beziehungen nehmen. Laut US-Außenminister Antony Blinken ist und bleibt die „gemeinsame Partnerschaft“ von der Tatsache, „dass wir uns in Bezug auf Nord Stream 2 nicht einig sind“, unberührt.
Dabei hatte die neue US-Regierung europäischen Firmen bereits mit harten Konsequenzen gedroht, sollten diese sich weiterhin am Bau von Nord Stream 2 beteiligen. Als Begründung für die Drohungen verwies Außenminister Blinken auf vermeintliche Sachzwänge:
„Es ist eine Tatsache, dass wir in den USA Gesetze haben, die von uns verlangen, Firmen mit Sanktionen zu belegen, die den Bau dieser Pipeline materiell unterstützen. Also wollte ich einfach nur sichergehen, dass unsere Partner die Sachlage in dieser Frage verstehen.“
US-Außenminister Antony Blinken - SNA
Antony Blinken
US-Außenminister
Daraufhin erklärten die Projektpartner, darunter die Energiekonzerne Uniper und OMV, dass Nord Stream 2 als wirtschaftliches Vorhaben für die Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Europas von größter Bedeutung sei.
Der Bau der Ostsee-Pipeline ist inzwischen wiederaufgenommen worden. Ein Teilstück von unter 150 Kilometern fehlt noch – 28 Kilometer davon sind in deutschen Gewässern zu verlegen. Die Gesamtlänge der beiden Pipelinestränge beträgt gut 2400 Kilometer, also 1200 Kilometer pro Strang.
Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 19.03.2021
Nach US-Drohungen gegen Nord Stream 2: Deutschland lehnt extraterritoriale Sanktionen ab
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