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Neue Doppelspitze bei „Bild“ – funktioniert das?

© AFP 2021 / JOHANNES EISELEStandort des Verlags Axel Springer SE in Berlin (Archivbild)
Standort des Verlags Axel Springer SE in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 26.03.2021
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„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt darf seinen Job behalten. Allerdings muss er sich den Spitzenposten künftig mit Alexandra Würzbach teilen. Kann das gut gehen? Die letzte Doppelspitze hielt gerade einmal zwei Jahre.
Wegen des laufenden Compliance-Verfahrens hatte er zwei Wochen ausgesetzt, am Montag wird er auf seinen Posten zurückkehren: Der Springer-Vorstand hat entschieden, die in der Untersuchung festgestellten Fehler in der Amts- und Personalführung reichten nicht aus, um „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt von seinem Posten abzuberufen. Anlass für die Untersuchung waren Vorwürfe von Drogen- und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz sowie diversen sexuellen Verhältnissen mit Mitarbeiterinnen. „Entgegen der in einigen Medien kolportierten Darstellung gab es keine Vorwürfe und auch im Untersuchungsverfahren keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung“, betonte Axel Springer am Donnerstagmittag in einer Pressemitteilung.
Die Vermischung von Privatem und Beruflichem hatte Reichelt eingeräumt, die anderen Vorwürfe jedoch energisch von sich gewiesen. Nun darf er also an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, allerdings wird ihm mit der „Bild am Sonntag“-Chefin Alexandra Würzbach eine gleichberechtigte Co-Vorsitzende der „Bild“-Chefredaktion zur Seite gestellt.

„Wir sind nach gründlicher Abwägung zur Überzeugung gelangt, dass es richtig ist, dass Julian Reichelt nun in einer Doppelspitze mit Alexandra Würzbach seine Arbeit fortsetzen kann. Er hat Fehler gemacht. Nach allem, was im Zuge der Untersuchungen zum heutigen Tage bekannt geworden ist, halten wir eine Trennung aber für unangemessen. Danken möchten wir ausdrücklich denjenigen, die uns mit ihren Hinweisen geholfen haben“

Mathias Döpfner
Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE
Das Compliance-Verfahren gegen Reichelt hat in den letzten Wochen medial einige Beachtung bekommen. Auch die nun ergangene Entscheidung blieb nicht unkommentiert. Reichelts Rückkehr sei mit erheblichem Machtverlust verbunden, bemerkte die „Berliner Zeitung“. Er müsse sich nicht nur die „Bild“-Chefredaktion fortan mit der sehr beliebten Alexandra Würzbach teilen, sondern auch die Zuständigkeit für das Personal- und Redaktionsmanagement an sie abgeben. In der „Süddeutschen Zeitung“ erinnerte Laura Hertreiter zudem daran, dass es vor gar nicht so langer Zeit schon einmal den Versuch einer Doppelspitze bei „Bild“ gegeben habe und dieser gescheitert sei:
"Reichelt hat die ‚Bild‘ schon mal in einer Doppelkonstellation mit einer Kollegin geführt, nicht lange allerdings. Als sich Tanit Koch 2018 verabschiedete, sagte Döpfner, die Aufteilung habe nicht funktioniert, 'weil diese Aufstellung nicht zu Bild passt. Bild braucht ganz klare Verhältnisse'."
Dass Reichelt nur einen „Freispruch zweiter Klasse“ bekommen habe, könne für Würzbach die Chance sein, in der Doppelspitze besser zu bestehen, als Koch, schreibt hingegen der „Spiegel“. „Anders als das Duo Koch/Reichelt verstehen Reichelt und Würzbach sich allerdings auch privat gut. Und: Würzbach zu düpieren, kann sich Reichelt kaum leisten."
Würzbach gelte bei „Bild“ als Feuerwehrfrau, die zur Stelle sei, wenn es irgendwo brenne. Sie sei „ein altes Schlachtschiff, das jeden Sturm abwettert“. Anders als andere halte sie auch schon mal dagegen, wenn Reichelt das Wort führe.
Die Zusammenarbeit zwischen Julian Reichelt und Tanit Koch hatte seinerzeit nur zwei Jahre gehalten. In einer E-Mail an die Mitarbeiter der Redaktion hatte Tanit Koch zu ihrer Entscheidung, den Job an den Nagel zu hängen, damals geschrieben: „Wenn zwei Menschen professionell nicht harmonieren, lässt sich das eine Zeitlang durch Kompromisse ausgleichen. 2017 war davon geprägt, bis meine Kompromissbereitschaft an ihre Grenzen gelangte.“
Flaggge mit Logo der Bild-Zeitung - SNA, 1920, 12.03.2021
„Bild“ lügt mal wieder – Abgesehen von der normalen Hetze, Verleumdung, Demagogie und Denunzierung
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