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Experte: Gestiegene Inzidenz bei Kindern auf mehr Tests zurückzuführen

© AFP 2021 / INA FASSBENDERSchulunterricht in Dortmund
Schulunterricht in Dortmund - SNA, 1920, 26.03.2021
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Die Inzidenz bei Kindern ist angestiegen. Medien warnen davor, dass die Jugendlichen dann ihre Familien und andere infizieren. Der Direktor der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dresden widerspricht der These und liefert eine andere Erklärung für die gestiegene Anzahl der positiven Corona-Test-Ergebnisse.
Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum der Technischen Universität Dresden, Reinhard Berner, führt die gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei Kindern auf ein Mehr an Tests zurück. Die Inzidenz unter den fünf- bis 14-Jährigen liegt derzeit bei rund 119 – und damit über dem Gesamtdurchschnitt vom Mittwoch, der bei 114 liegt.

Rate der positiven Tests leicht zurückgegangen

„Was sich verändert hat, ist die Zahl der Tests“, sagte der Kinderarzt Berner im Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Von Mitte Februar bis März hat sich die Zahl der durchgeführten Testungen bei den null- bis vier-Jährigen und fünf- bis 15-Jährigen verdoppelt. Die Rate der positiven Tests ist dabei aber leicht zurückgegangen.“
Die Öffnungen von Schulen und Kitas seien natürlich Anlässe für Eltern, ihre Kinder testen zu lassen. „Das ist vorher einfach oft nicht geschehen, wenn das Kind zuhause im Lockdown gehockt hat und Schnupfen hatte“, so Berner.
Es hätten auch die Möglichkeiten zum Testen gefehlt, weil zum Beispiel auch Ärzte die Kinder nicht in den Praxen haben wollten. „In dem Moment, wo aber der Schulbesuch ansteht, werden die Kinder beim Arzt vorgestellt und es wird getestet“, sagte Berner, der auch Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ist. Das sei natürlich keine empirische Forschung, sondern eine plausible Erklärung für die Zunahme der Tests.
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Sind Kinder das größte Ansteckungsrisiko?

Der Dortmunder Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass seine Stadt die Schulen so schnell wie möglich wieder schließen wolle. Die Übertragungsrate der Kinder in den Familien liege bei 100 Prozent, sagte er. „Wir sehen jetzt: Kinder sind das größte Ansteckungsrisiko“, so der Oberbürgermeister. Das sieht Berner anders:
„Das mag in Dortmund so sein. In unserer Schulstudie ist die sekundäre Erkrankungsrate bei Haushalten mit Personen unter 18 Jahren halb so hoch.“ Der Pädiater betonte im „Tagesspiegel“, diese Daten bezögen sich allerdings auf einen Zeitpunkt noch vor Weihnachten. „Unsere Ergebnisse entsprechen aber auch der Literaturlage.“
Es sei natürlich davon auszugehen, dass sich die britische Corona-Virusvariante B.1.1.7 auch unter Kindern stärker verbreite als die alte Variante, wenn Schulen und Kitas geöffnet seien.
„Aber auch die englischen Daten haben gezeigt, dass Kinder zunächst stärker betroffen waren, später aber die Ansteckungsrate über alle Altersgruppen gleich war“, sagte Berner. „Und es gibt auch aus Deutschland bisher keine Hinweise, dass es hier anders ist.“
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