China nimmt nach EU-Sanktionen ausländische Firmen ins Visier – auch Adidas

© AP Photo / John ThysFlaggen Chinas und der EU (Archivbild)
Flaggen Chinas und der EU (Archivbild) - SNA, 1920, 25.03.2021
Nach der Verhängung von EU-Sanktionen gegen China sind die schwedische Modekette H&M und andere ausländische Mode- und Sportfirmen unter heftige chinesische Kritik geraten.
Auch Sportmarken wie Adidas, Nike und New Balance wurden von einer parteinahen Zeitung beschuldigt, "scharfe Bemerkungen" im Zusammenhang mit der Lage in der chinesischen Region Xinjiang gemacht zu haben. Die Kritik-Kampagne begann am Mittwoch, als mehrere chinesische Staatsmedien H&M anprangerten.
Das schwedische Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Region Xinjiang beziehen zu wollen, nachdem es Berichte gegeben hatte, wonach die muslimische Minderheit der Uiguren dort Zwangsarbeit verrichten müsse.
Damals hatte es noch keine scharfe Reaktion Chinas gegeben. Das hat sich nun geändert, nachdem die EU am Montag zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren wieder Sanktionen gegen China verhängt hat. Diese richten sich gegen chinesische Beamte, die für die Verfolgung der Uiguren verantwortlich gemacht werden. Daraufhin hatte die Regierung in Peking umgehend eigene Sanktionen gegen europäische Politiker, Experten und Institutionen angekündigt.
Die Fassade der Chinesischen Botschaft in Berlin - SNA, 1920, 25.03.2021
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H&M war die erste westliche Firma, die am Mittwoch in die Kritik geriet. Chinesische Verbraucher würden „mit den Füßen abstimmen und widerspenstige Unternehmen boykottieren“, hieß es etwa beim Staatsender CCTV.
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua drohte, dass eine Zusammenarbeit „bedeutungslos“ sei, wenn es keinen gegenseitigen Respekt gebe. In sozialen Netzwerken kursierten vielfach geteilte Boykottaufrufe gegen das Unternehmen. Auf mehreren großen Online-Einkaufsplattformen waren Produkte von H&M nicht mehr zu finden.
Am Donnerstag beschuldigte die parteinahe Zeitung „Global Times“ unter anderem die Sportartikelhersteller Adidas, Nike und New Balance, „scharfe Bemerkungen“ im Zusammenhang mit Xinjiang gemacht zu haben. Auch die Modefirmen Burberry und Zara wurden negativ erwähnt. Eine Reihe chinesischer Stars kündigte öffentlich die Zusammenarbeit mit westlichen Konzernen auf.
In China geraten immer wieder ausländische Firmen infolge politischer Spannungen ins Visier der Staatsmedien. So musste sich in der Vergangenheit etwa die US-Modekette Gap in China dafür entschuldigen, eine „fehlerhafte“ Landkarte Chinas ohne Taiwan auf einem T-Shirt abgebildet zu haben. Und der deutsche Autobauer Daimler hatte sich 2018 bei China für die Verwendung eines Dalai-Lama-Zitats in einer Werbung entschuldigt, berichtet die DPA.
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