Macron: Platz der Türkei in der Nato soll geklärt werden

© SNA / Aleksey Vitvitski / Zur BilddatenbankFrankreichs Präsident Emmanuel Macron
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron  - SNA, 1920, 24.03.2021
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält es für notwendig, den Platz der Türkei in der Nato zu klären. Das äußerte er in einem Interview mit dem Sender France 5 und wies gleichzeitig auf die Bedeutung des Dialogs mit Ankara hin, darunter in Sicherheits- und Migrationsfragen.
Wie Macron in einem Interview für einen Dokumentarfilm, in dem auch von den französisch-türkischen Beziehungen die Rede war, erklärte, sei die Position Frankreichs äußerst klar. Wenn die Türkei einseitige Handlungen im östlichen Mittelmeer unternommen habe, habe Paris dies zunächst kritisiert und dann gehandelt, indem es Fregatten entsandt habe. „Dann haben wir dafür gesorgt, dass dies im September 2020 auf dem Niveau des Europäischen Rates verurteilt wurde“, so Macron.
„Und wie ich vor einem Jahr sagte, glaube ich, dass die Nato in dieser Frage nicht klar genug ist. Wir müssen den Platz der Türkei in der Nato klären. Normalerweise wird in den Beziehungen zu Verbündeten nicht das getan, was die Türkei in den letzten Monaten getan hat.“
Gleichzeitig wies er auf die Notwendigkeit hin, einen Dialog mit der Türkei zu führen. „Es muss alles unternommen werden, damit die Türkei Europa nicht den Rücken kehrt und sich einem größeren religiösen Extremismus oder einer größeren geopolitischen Entscheidung zuwendet, was für uns noch gefährlicher oder negativer sein wird.“
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Die Türkei sei ein Partner im Bereich der Sicherheits- und Migrationsfragen. „Sie können sagen, was Sie wollen, aber die Türkei ist das Land mit den meisten Flüchtlingen aus Syrien. Ich gebe die Fakten zu: Das ist eine Belastung. Das ist eine Verantwortung. Sie haben ungefähr drei Millionen Flüchtlinge.“
„Ich bin nie der Erpressung erlegen. Aber gleichzeitig kann ich nicht leugnen, dass es eine Verantwortung gibt“. Man müsse mit der Türkei in Migrationsfragen zusammenarbeiten.
„Wenn wir morgen sagen, dass wir nicht mehr zusammenarbeiten werden, dass es keinen Dialog mehr gibt, werden sie die Türen öffnen und drei Millionen syrische Flüchtlinge nach Europa kommen“, schloss Macron. 
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