„Kluft innerhalb der Europäischen Union“: Kurz drängt auf Korrektur der Impfstoffverteilung

© SNA / Alexej WitwizkijÖsterreichs Kanzler Sebastian Kurz (Archivfoto)
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (Archivfoto) - SNA, 1920, 24.03.2021
Corona-Impfstoffe in der EU werden laut Österreichs Kanzler Sebastian Kurz nicht nach Bevölkerungsanteil, sondern nach Bestellmenge verteilt. In diesem Zusammenhang hat er eine Korrektur gefordert. Berlin tritt jedoch dagegen auf.
Kurz besteht auf einer Änderung der Impfstoffverteilung in Europa. Er werde das Thema bei Beratungen mit seinen EU-Kollegen am Donnerstag zur Sprache bringen, falls es bis dahin keine Lösung gebe, sagte der konservative Regierungschef der Zeitung „Die Welt“.
Die Auslieferung der Dosen sei nicht wie vereinbart gleichzeitig und nach Bevölkerungsanteil an alle EU-Staaten erfolgt, sondern nach Bestellmenge, argumentierte Kurz.
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Ohne Korrektur führe dies dazu, dass einige Mitgliedstaaten die sogenannte Herdenimmunität bereits Ende Mai erreichten, andere Länder hingegen erst im späten Sommer oder zum Jahresende hin.

Deutschland ist gegen Neuverteilung

Deutschland geht gegen die von Österreich und anderen Ländern geforderte Neuverteilung von Impfstoffen in der EU an. Das hatte Europa-Staatssekretär Michael Roth bereits klargemacht. Er sagte, Österreich und einige andere Staaten hätten die ihnen nach Bevölkerungsgröße zustehenden Impfstoffkontingente nicht ausgeschöpft.
Diese Mengen seien anderen EU-Ländern angeboten worden. Es gebe keine Veranlassung, das Verteilungsverfahren zu ändern. Auch Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien hatten sich Österreichs Beschwerde angeschlossen.
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