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Moskauer Filmfestival trotz Pandemie wieder „offline” und mit deutscher Präsenz im Wettbewerb

© SNA / Jekaterina TschessnokowaDie russische Schauspielerin Oksana Akinschina auf dem roten Teppich der Moskauer Festspielen 2020
Die russische Schauspielerin Oksana Akinschina auf dem roten Teppich der Moskauer Festspielen 2020 - SNA, 1920, 24.03.2021
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Der Spielfilm „Blutsauger” von Julian Radlmaier soll Deutschland im Wettbewerb des Moskauer Filmfestivals 2021 vertreten. Zusammen mit Produktionen aus China, Kuba, Italien und anderen Ländern wird die deutsche „Vampirkomödie” um den Hauptpreis der Festspiele kämpfen, die das zweite Jahr in Folge im Offline-Format geplant sind.
Anfang des Monats wurde die bizarre Komödie des ermutigenden Regisseurs bereits im Rahmen der Sektion „Encounters” bei der Berlinale uraufgeführt. Das ebenfalls von Radlmaier geschriebene Drehbuch erhielt inzwischen den Deutschen Drehbuchpreis und den Kompagnon-Förderpreis der Berlinale. Im Mittelpunkt der „Blutsauger” steht der Charakter eines fiktiven sowjetischen Schauspielers in den 1920er-Jahren, der nach Hollywood möchte und sich bei einem Zwischenstopp in einem luxuriösen Ostseedomizil in eine Gräfin verliebt. Doch diese entpuppt sich als Vampirin. Damit wandelt sich die Geschichte zu einer Satire mit marxistischen Anspielungen, in der die Vampire als Kapitalisten dargestellt werden.
Für den gebürtigen Nürnberger Radlmaier ist die Teilnahme am Internationalen Filmfestival in Moskau kein Debüt. Seine 2017 nach dem Filmstudium in Berlin und Paris entstandene „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes” wurde schon weltweit auf Festivals gezeigt und ausgezeichnet. Die Konkurrenz bei den diesjährigen Festspielen in der russischen Hauptstadt kommt von „Café by the Highway” aus China, „Corazón Azul” aus kubanischer Produktion, „Pesar” aus dem Iran, „Gli Indifferenti” aus Italien und der russischen Verfilmung des sowjetischen Klassikers Mikhail Soschtschenko „Posldenyaya Milaya Bolgariya”, die für den aktuellen Wettbewerb offiziell bestätigt sind. Weitere Teilnehmer sollen später angekündigt werden.

Festival bleibt klassischem Format treu, jedoch mit Einschränkungen

Ob Herr Radlmaier zusammen mit anderen internationalen Gästen nach Moskau kommt, ist immer noch unklar. Die Veranstaltung wird zwar wie vor einem Jahr „offline” stattfinden, aber wieder mit coronabedingten Einschränkungen. Bei der öffentlichen Sitzung der Auswahlkommission am Dienstag sprach der Vertreter des Festivals Pjotr Schepotinnik über gewöhnliche Forderungen an alle Besucher, u.a. Maskenpflicht, soziale Distanz und begrenzte Kapazitäten der Kinosäle. Außerdem weigerten sich die Veranstalter wegen der Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen weder die Juryliste noch die eingeladenen Stars zu nennen.
Eröffnungszeremonie des Internationalen Filmfestivals Moskau (Archivbild) - SNA
Plattform für neue Stimmen in Filmkunst mit einer einzigartigen Geschichte

Das Internationale Filmfestival Moskau wurde erstmals 1935 auf Initiative des damaligen Staatschefs der UdSSR Josef Stalin veranstaltet. Damit ist das Moskauer Filmfestival nur drei Jahre jünger als das älteste Filmfestival der Welt, nämlich die Filmfestspiele von Venedig. Zu sowjetischen Zeiten wurde das Festival als kommunistische Alternative zu großen westlichen Gipfeln positioniert, genoss trotzdem eine regelmäßige Präsenz von Stars wie Robert de Niro oder Sophia Loren. Heutzutage ist das Moskauer Filmfestival zu einer Plattform für talentierte und innovative Filmschaffende aus aller Welt geworden, die bei glamourösen Events in Europa gegenüber den Maîtres benachteiligt bleiben.

Seit 1972 ist die Veranstaltung beim Filmproduzentenverband FIAPF als internationales Filmfestival mit Wettbewerb akkreditiert und gehört damit zur Elitengruppe der sogenannten A-Festivals. Nach dem Zerfall der Sowjetunion übernahm die russische Regierung die Finanzierung und Organisation. Der berühmte russische Filmregisseur und Oscarpreisträger Nikita Michalkow ist der Festivalpräsident. Im Regelfall wurde das Festival jeden Sommer mit kurzer Unterbrechung in den 1990ern veranstaltet, doch 2018 wurde es ins Frühjahr vorverlegt.

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2021 finden die Festspiele vom 22. bis 29. April in Moskau statt.
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