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Stiftung Depressionshilfe alarmiert: Weniger Hilfe mehr Leiden im Lockdown

© CC0Depression (Symbolbild)
Depression (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.03.2021
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Die Corona-Maßnahmen verschlimmern Depressionen und verschlechtern die Versorgung psychisch kranker Menschen. Das zeigt die Studie „Deutschland Barometer-Depression“, welche die „Deutsche Depressionshilfe“ am Dienstag in Leipzig vorgestellt hat.
Das der ewig anhaltende Lockdown schlecht für psychisch kranke Menschen ist, ist keine Überraschung. Aber nun hat die „Deutsche Depressionshilfe“ in ihrer Sondererhebung „Deutschland Barometer-Depression“ alarmierende Zahlen für den zweiten Lockdown vorgelegt.

Zweiter Lockdown schlimmer als Erster

Knapp die Hälfte der Patienten mit einer Depression berichten demnach, dass es ihnen zunehmend schlecht geht. Mehr als jeder fünfte Patient bekommt keinen Behandlungstermin. Und auch für die Menschen ohne psychische Erkrankung ist die Situation aktuell deutlich belastender als noch im ersten Lockdown.
44 Prozent der Patienten mit einer diagnostizierten Depression berichteten von einer Verschlechterung während der letzten sechs Monate. Hinzu kommen laut einer Sonderumfrage Einschnitte bei der medizinischen Versorgung und die negativen Auswirkungen fehlender Kontakte.
Bei rund einem Fünftel der Befragten in einer depressiven Phase fielen Facharzttermine oder Sitzungen beim Therapeuten aus. Aus Angst vor Ansteckung sagten 21 Prozent der Patienten Termine selbst ab. Die ohnehin angespannte Versorgungslage hat sich den Angaben zufolge verschärft: 22 Prozent der Menschen in einer akuten Depression geben an, keinen Behandlungstermin zu bekommen. Im ersten Lockdown waren es 17 Prozent.
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Zunahme von Suizidgedanken und Suizidversuchen

Der zweite Lockdown macht den Kranken mehr zu schaffen als der erste: Fast 90 Prozent leiden unter Kontakt- und Bewegungsmangel, mehr als die Hälfte (64 Prozent) unter dem fehlenden Tagesrhythmus. Im ersten Lockdown waren alle Angaben niedriger. Tagesstruktur, Bewegung und ein fester Wach-Schlaf-Rhythmus seien aber für die Behandlung depressiver Patienten besonders wichtig, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Depressionshilfe, Ulrich Hegerl. Besorgniserregend sei auch die Zunahme von Suizidgedanken und Suizidversuchen, warnte er.
Die Ergebnisse gehen auf eine Sondererhebung des „Deutschland-Barometer Depression“ zurück, einer jährlichen repräsentativen Bevölkerungsumfrage, im Auftrag der Depressionshilfe und der Deutschen Bahn. Dafür wurden im Februar 2021 mehr als 5.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt.
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