Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Autogipfel mit Merkel: Keine Ergebnisse im Streit um Zukunft des Verbrenners

© AFP 2021 / RONNY HARTMANNEin Parkplatz an einer Ladesäule für Elektroautos in der Volkswagen (VW) Autofabrik in Zwickau, Ostdeutschland.
Ein Parkplatz an einer Ladesäule für Elektroautos in der Volkswagen (VW) Autofabrik in Zwickau, Ostdeutschland.  - SNA, 1920, 24.03.2021
Abonnieren
Es ist Deutschlands Schlüsselindustrie, und die steckt mit Hunderttausenden Jobs in einem schwierigen Wandel. Benzin- und Dieselmotoren sind im Kampf ums Klima auf dem Spiel. Sollen die Autobauer jetzt voll auf Elektromobilität setzen? Der „Autogipfel“ mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag bringt wenig Antworten auf die heikelsten Fragen.
Vor allem die Grünen und Umweltverbände pochen auf ein festes Ausstiegsdatum für den Verbrenner. In einem Schreiben fordern neulich auch neun EU-Länder ohne erhebliche Autoproduktion, darunter Österreich, die Niederlande, Belgien, Dänemark sowie Griechenland, Malta, Irland, Litauen und Luxemburg, die EU auf, ein Ausstiegsdatum für Benzin und Diesel festzulegen. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will das Auslaufen des fossilen Verbrenners bis 2035 zum Ziel machen. Doch nichts davon ist sicher.
Zwar steigen die Neuzulassungen von Elektroautos. Vor allem bei kleinen und mittleren Zulieferern in Deutschland hängen aber noch viele Jobs am Verbrenner. Auch Volkswagen kündigte an, in Deutschland in den nächsten zwei Jahren massiv Stellen kürzen zu wollen.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer - SNA, 1920, 15.03.2021
Nach Vorstoß von neun EU-Ländern: Verkehrsminister Scheuer plant Aus für Benzin- und Dieselmotoren
So sollten auf dem Autogipfel mit Merkel, Bundesministern, Regierungschefs der Autogebiete wie Niedersachsen und Vertretern der Industrie am Dienstagabend zumindest Orientierungspunkte gegeben werden. Doch viel ist aus den Diskussionen nicht geworden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Ausbau der Ladeinfrastruktur gefordert

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, forderte schon nach dem Treffen mit Blick auf geplante höhere EU-Klimaziele verlässliche und machbare Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die vor der größten Transformation in der Geschichte der Automobilindustrie stehen würden und wollen, dass sie gelinge. Mit Blick auf die neue Euro-7-Abgasnorm erwartet Müller auch, dass ein detaillierter Ausbauplan für eine Ladeinfrastruktur in ganze Europa vorgelegt wird. Die Norm könnte schon im Juni von Brüssel beschlossen werden und 2025 in Kraft treten. Die Frage, ob der Ausbau des Ladenetzes Schritt hält mit den steigenden Neuzulassungen von Elektroautos, ist auch in Deutschland noch nicht beantwortet.
Nicht zuletzt kritisierte Müller den von Bund und Ländern beschlossenen Oster-Lockdown. Plötzliche Betriebsstilllegungen seien für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar und würden große logistische Herausforderungen mitbringen, so Müller.

Risiken für Beschäftigung angesprochen

Bekannt ist, dass die Produktion von Elektroautos weniger Fachkräfte erfordert. Ein Vertreter der IG Metall wies vor diesem Hintergrund auf dem Gipfel auf erhebliche Risiken für die Beschäftigung hin und forderte deswegen, den Strukturwandel mit gezielten Förderprogrammen zu unterstützen. Ein geplanter „Zukunftsfonds Automobilindustrie“ beläuft sich auf eine Milliarde Euro, ein Expertenrat soll nun bis zum Sommer Empfehlungen für die Verwendung der Fördermittel erarbeiten.

Grüne wollen emissionsfreie Autos schon ab 2030

Nicht zuletzt drohten die Grünen mit noch schärferen Abgasregeln. „Wir Grünen wollen ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos neu zulassen, damit alle Beteiligten endlich Planungssicherheit haben“, sagte der Grünen-Politiker Cem Özdemir auf dem Gipfel. Es müsse nun darum gehen, die Elektromobilität zum Erfolg zu machen für die Wirtschaft, die Beschäftigten und das Klima. Das frühere Ausstiegsdatum für den Verbrenner haben die Grünen auch in ihren Programmentwurf aufgenommen.
Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck posieren, nachdem sie einen Entwurf ihres Wahlprogramms in Berlin vorgestellt hatten, den 19. März 2021. - SNA, 1920, 19.03.2021
Stopp von Nord Stream 2, Doppelpässe und viel Konfliktstoff: Grüne präsentieren Wahlprogrammentwurf
Greenpeace-Experte Tobias Austrup legte seinerseits nach, der Verbrenner liege auf dem „Sterbebett“. Dagegen wehrte sich der Technikpräsident des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC), Karsten Schulze. Ein fixes Verbot für den Verbrennungsmotor würde aus seiner Sicht Innovationen bei Benzin- und Dieselmotoren abwürgen, obgleich hier weiterhin Potenziale liegen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала