Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Aufnahmen von Geschlechtsakten in australischem Parlament lösen weiteren Sexskandal aus

© AFP 2021 / MICK TSIKASAustraliens Parlament (Archivbild)
Australiens Parlament (Archivbild) - SNA, 1920, 23.03.2021
Abonnieren
Geleakte Videos von Mitarbeitern der konservativen Regierung, die im australischen Parlament Geschlechtsakte vollziehen, haben die Regierung von Scott Morrison am Dienstag mit einem weiteren großen Skandal konfrontiert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Bei einer Pressekonferenz am Dienstag bezeichnete der Premierminister das Verhalten der betroffenen Mitarbeiter als „schändlich" und „absolut beschämend“.
Die Aufnahmen sollen unter anderem einen Mann zeigen, der über dem Schreibtisch einer weiblichen Abgeordneten masturbiert.

„Moralisch bankrott"

Die Fotos und Videos, die angeblich in einem Gruppenchat der Koalitionsregierung geteilt worden waren, wurden von der Zeitung „The Australian newspaper“ und dem Sender Channel 10 am späten Montag veröffentlicht. Die Aufnahmen seien von einem Whistleblower zugespielt worden, der lediglich als Tom identifiziert worden sei.
Aktivistinnen protestieren gegen Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention  - SNA, 1920, 20.03.2021
Gewalt gegen Frauen: Türkei verlässt Istanbul-Konvention
Nach Angaben des Whistleblowers sollen Regierungsmitarbeiter und Abgeordnete oft einen Gebetsraum im Parlamentsgebäude für Sex genutzt haben. Zum „Vergnügen der Abgeordneten der Koalition“ sollen Prostituierte in das Gebäude gebracht worden sein. Es gebe eine „Kultur der Männer, die denken, dass sie tun können, was sie wollen“, äußerte der Whistleblower. Das Verhalten der betroffenen Mitarbeiter und Abgeordneten habe zwar nicht gegen Gesetze verstoßen, „moralisch“ seien sie jedoch „bankrott“, sagte er.

Enttäuschung und weitere Enthüllungen

Die veröffentlichten Aufnahmen haben erneut Empörung unter den weiblichen Gesetzgebern und der australischen Öffentlichkeit ausgelöst. Ein Regierungsmitarbeiter wurde infolge der Enthüllungen sofort entlassen. Die Regierung in Canberra versprach weitere Schritte.
Frauenministerin Marise Payne sagte, die Enthüllungen seien „mehr als enttäuschend“. Eine von der Regierung angeordnete Untersuchung der Arbeitsplatzkultur im Parlament sei nötig, betonte sie. Kabinettsmitglied Karen Andrews äußerte, sie habe die Nase „absolut voll“ von Sexismus in der Politik. Die regierende Liberale Partei sollte Geschlechterquoten für ihre politischen Vertreter in Betracht ziehen, sagte sie vor Reportern in Canberra.
Die neuen Sexismus-Enthüllungen am Dienstag veranlassten die indigene Senatorin Lidia Thorpe von der Grünen Partei dazu, angebliche sexuelle Belästigungen durch vier männliche Politiker offenzulegen, denen sie seit ihrem Amtsantritt vor sechs Monaten ausgesetzt gewesen sein soll. Es habe „anzügliche“ Bemerkungen und unerwünschte Berührungen gegeben, verriet sie gegenüber der „Canberra Times“.
Impfdosen mit AstraZeneca-Vakzine wird in einem Impfzentrum in Grevesmühlen gezeigt - SNA, 1920, 17.03.2021
Australien registriert vier Fälle von Nebenwirkungen nach Astrazeneca-Impfung – Medien
Das australische Parlament war mehrmals wegen einer „toxischen“ Arbeitsplatzkultur kritisiert worden, die mutmaßlich anhaltendes Mobbing, Belästigung und sexuelle Übergriffe auf Frauen aufgewiesen haben soll, vor allem in der regierenden Koalition. So hatte die ehemalige Regierungsmitarbeiterin Brittany Higgins im Februar öffentlich behauptet, 2019 von einem ehemaligen Kollegen in einem Abgeordnetenbüro vergewaltigt worden zu sein. Anfang März wurden Vergewaltigungsvorwürfe gegen Justizminister Christian Porter bekannt: Ihm wurde angelastet, 1988 ein 16-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben, als sie beide Schüler waren. Porter wies die Anschuldigungen zurück.

Sexvorwürfe auch bei den Oppositionellen

Die Nachrichtenagentur wies darauf hin, dass auch die oppositionelle Labor-Partei, die bereits Geschlechterquoten eingeführt hat, mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert worden war. Eine Facebook-Gruppe weiblicher Angestellter beschrieb kürzlich detailliert angebliche sexuelle Belästigungen durch männliche Kollegen und Politiker.
Sind Sie in den sozialen Netzwerken aktiv? Wir auch! Werden Sie SNA-Follower auf Telegram, Twitter oder Facebook! Für visuelle Inhalte abonnieren Sie SNA bei Instagram und YouTube!
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала