Dritter Lockdown könnte Deutschland pro Woche 2,5 Milliarden Euro kosten – Ifo-Konjunkturchef

© AP Photo / Martin MeissnerLockdown in Essen
Lockdown in Essen - SNA, 1920, 22.03.2021
Der Konjunkturchef des Münchner ifo Instituts Timo Wollmershäuser hat die Verluste Deutschlands im Falle des dritten Lockdowns auf 2,5 Milliarden Euro pro Woche geschätzt. Darüber schreibt das Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ am Montag.
„Ein dritter Lockdown könnte uns 2,5 Milliarden Euro pro Woche an Wertschöpfung kosten“, sagte Wollmershäuser.
Dabei berief sich der Ifo-Konjunkturchef auf Berechnungen, die er für den zweiten Lockdown im Winterhalbjahr durchgeführt hat und bei denen er die Bruttowertschöpfung in den Sektoren Handel, Gastgewerbe, Verkehr und sonstige Dienstleistungen in Beziehung gesetzt hat zu einem Referenzszenario ohne Pandemie.
„Ein dritter Lockdown wäre eine Katastrophe vor allem für viele kleine Unternehmen“, warnt Wollmershäuser.
Obwohl sie ihre Lohn- und Fixkosten vom Staat teilweise erstattet erhielten, breche doch „vielen Selbstständigen ihr eigenes Einkommen weg, das sie aus den Umsätzen generieren“.
Je länger der Lockdown dauere, „umso größer ist die Gefahr einer Pleitewelle, wenn die Politik die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Betriebe wieder in Kraft setzt. Da hat sich viel aufgestaut“.
Am kommenden Mittwoch will Wollmershäuser eine neue Konjunkturprognose vorstellen. Am vergangenen Freitag haben er und sein Forscherteam ihre komplizierten Berechnungen mit Hunderten von Variablen abgeschlossen.
Frau mit dem Hund in Gelsenkirchen, Deutschland - SNA, 1920, 22.03.2021
Corona-Gipfel am Montag: Lockdown bis Mitte April? Entwurf mit Maßnahmen liegt vor
Dabei könne der Ökonom eine ziemlich zentrale Variable nur nach den Gesprächen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in Betracht ziehen. Angela Merkel hat die Richtung bereits vorgegeben: „Wir werden leider auch von der Notbremse Gebrauch machen müssen.“
Am Montagnachmittag beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten, wie es in Deutschland mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter geht. Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Deutschland auf eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdowns bis weit nach Ostern einstellen. Ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde am heutigen Montag nennt als Datum dafür den 18. April. Zudem müsse die Anfang März beschlossene Notbremsregelung konsequent umgesetzt werden, heißt es darin.
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