„Zeit ist knapp“ – „Athleten Deutschland“ fordern Klarheit bezüglich Olympia 2021

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Logo der Olympischen Spiele - SNA, 1920, 22.03.2021
Die „Athleten Deutschland“ fordern von IOC und Weltverbänden, zügig und überzeugend darzulegen, wie die Olympischen und Paralympischen Spiele von Tokio sowie die jeweiligen Qualifikationsturniere angesichts der Corona-Pandemie durchgeführt werden sollen.
Während die Olympischen Sommerspiele von Tokio immer näher rücken, sind die Athleten hierzulande aufgrund der epidemischen Lage sehr verunsichert. Können sichere Spiele gewährleistet werden? Und wer haftet eigentlich dafür, wenn ein Sportler bei den Spielen an Covid-19 erkrankt und schwere Folgeschäden davonträgt? In einem achtseitigen Positionspapier, das die Vereinigung „Athleten Deutschland“ am Montag vorgestellt hat, wenden sich die Sportler mit ihren Sorgen, aber auch mit ganz konkreten Forderungen an das Internationale Olympische Komitee (IOC), den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und die Veranstalter.
Vom IOC wünschen sich die „Athleten Deutschland“ vor allem Transparenz hinsichtlich etwaiger Bedenken im Vorfeld der Spiele und Konzepten, wie diese ausgeräumt werden sollen. Nur durch eine umfassende und nachvollziehbare Berichterstattung könne die Tragfähigkeit der Konzepte bewertet werden, heißt es in dem Positionspapier. Auch eine direkte Einbindung der Athleten in die Entscheidungsprozesse sei wünschenswert.

Impfreihenfolge statt Priorisierung

Es zeichne sich bereits ab, dass nicht alle teilnehmenden Athleten bis zu den Spielen geimpft sein werden, so die Athleten Deutschland weiter. Manche Länder wie Ungarn würden ihre Spitzensportler prioritär impfen, in anderen hätten die Impfkampagnen noch gar nicht begonnen. Grundsätzlich unterstütze die Mehrheit der deutschen Athleten die Impfreihenfolge in Deutschland und dränge daher nicht auf eine Priorisierung des Sports. Dennoch müsse eine gesellschaftliche Debatte her, ob Sportler, die Deutschland international vertreten, zügig durch geimpft werden sollen, sobald die derzeit priorisierten Gruppen durch geimpft seien.
Für den Fall einer Impfung der Athleten vor den Olympischen Spielen müsse eine sorgfältig vorbereitete Impfstrategie her. Neben Impfungen seien Hygiene- und Sicherheitskonzepte von großer Bedeutung, so die Athleten. Hier gebe es aus ihrer Sicht noch erheblichen Nachbesserungsbedarf.
Da sich Infektionen wohl nicht vermeiden ließen, sei auch die Frage nach der Haftung im Krankheits- oder Todesfall zu klären:

„Würde eine nachweisliche Infektion während der Spiele wie ein Arbeitsunfall bzw. ähnlich einer Berufskrankheit eingeordnet werden? Sind bei schweren Verläufen und bleibenden Folgeschäden abseits medizinischer Kosten alle Eventualitäten, wie etwa eine bleibende Minderung der Erwerbsfähigkeit, durch den Versicherungsschutz der Athleten abgedeckt? Wer haftet in solchen Fällen? Wer haftet für Schäden nach möglichen Pflichtverletzungen von Organisatoren?“

Für die „Athleten Deutschland“ hätten IOC, Nationale Komitees und Veranstalter die Pflicht, die Gesundheit der Öffentlichkeit, der Athleten und der Betreuerstäbe zu schützen, und seien bei Verstößen zu sanktionieren.
Der deutsche Athletensprecher Maximilian Hartung - SNA, 1920, 17.03.2021
Athletensprecher Hartung rechnet nicht mit rechtzeitiger Impfung vor Tokio

Eigene Hygienestandards einfordern

Hinsichtlich der Risikoabschätzung appellieren die Athleten Deutschland an die Weltverbände, die Sportler nicht in ein Dilemma zu entlassen, zwischen Teilnahme an den Wettbewerben und dem Gesundheitsschutz wählen zu müssen. Anfang März hatten sie bereits gegenüber deutschen Spitzenverbänden angeregt, die vom TÜV Rheinland zertifizierten Hygienestandards des DOSB als Maßstab bei der Prüfung ausländischer Sicherheits- und Hygienekonzepte zu nehmen und bei Mängeln entsprechende Ergänzungen zu fordern.
Sollten Athleten wegen Sicherheitsbedenken, Quarantänemaßnahmen oder dem Ausfall von Qualifikationswettbewerben keine Möglichkeit haben, sich darüber zu qualifizieren, müsse eine andere Lösung gefunden werden, wie diese ihren Leistungsnachweis erbringen könnten, heißt es weiter.
Abschließend fordert die deutsche Athletenvertretung eine detaillierte Auflistung von Sicherheits- und Hygienemaßnahmen im Playbook betreffend der Regelungen vor Ort. Angefangen bei Anreise und Unterkunft über Masken, Tests, Kontaktnachverfolgung und medizinische Betreuung, bis hin zu Verschiebungen von Wettkämpfen, Sanktionierung bei Verstößen und Benennung von Ansprechpersonen.
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