Bulgarien verweist zwei russische Diplomaten des Landes

© AP Photo / Valentina PetrovaBotschaft Russlands in Sofia (Archiv)
Botschaft Russlands in Sofia (Archiv) - SNA, 1920, 22.03.2021
Zwei russische Staatsbürger sind wegen Spionageverdachts aus Bulgarien ausgewiesen worden. Das russische Außenministerium hat entsprechende Antwortmaßnahmen in Moskau angekündigt.
Die russische Botschaft erklärte via Facebook die Ausweisung ihrer Mitarbeiter für unbegründet: Man müsse mit Bedauern feststellen, dass dieses „abermalige unbegründete“ Vorgehen der bulgarischen Führung dem weiteren Aufbau eines konstruktiven Dialogs zwischen Russland und Bulgarien nicht zuträglich sein werde. Moskau behalte sich das Recht auf analoge Maßnahmen vor.
Laut der Staatsanwaltschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia haben die beiden russischen Staatsbürger eine „unkontrollierte nachrichtendienstliche Tätigkeit“ ausgeübt, die mit diplomatischen Beziehungen unvereinbar sei.

Verdächtige festgenommen

Die bulgarische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Spionageverdachts gegen eine Gruppe ranghoher Beamter unter anderem aus dem bulgarischen Verteidigungsministerium und dem bulgarischen Militärgeheimdienst. Die sechs Männer sollen Geheimakten an einen anderen Staat weitergegeben haben. Fünf dieser Tatverdächtigen befinden sich in Gewahrsam, einer ist gegen Kaution freigelassen worden.
Bulgarien hat auch im vergangenen Jahr mehrere russische Diplomaten nach Spionagevorwürfen des Landes verwiesen. Im Januar 2020 hatte Sofia zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen erklärt, ohne Belege dafür vorzulegen, dass sie die ihnen vorgeworfene Tätigkeit, die mit ihrem Status als Botschaftsmitarbeiter nicht zu vereinbaren sei, in Bulgarien ausgeübt hätten. Weitere Ausweisungen folgten im September und Dezember.
In Bezug auf die derzeitigen Ermittlungen hat die russische Botschaft in Sofia erklärt, man erwarte eine Entpolitisierung der Ermittlungen und die Einstellung aller Spekulationen über die mutmaßliche Beteiligung Russlands an den Vorgängen. Es sei offenkundig, dass in der internationalen Situation, die sich ohnehin zuspitze, unermüdlich daran gearbeitet werde, „einen Keil in den russisch-bulgarischen Dialog zu treiben und Russland abermals zu dämonisieren“.
Zuvor hatte der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko vor Journalisten erklärt, Russland werde auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Bulgarien entsprechend reagieren, sollte Sofia sich zu diesem Schritt entschließen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала