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Nach Astrazeneca-Freigabe: Kretschmann lässt sich schon impfen, andere Politiker werben mit

© AFP 2021 / THOMAS KIENZLEDrei Fläschchen mit verschiedenen Impfstoffen gegen Covid-19 von - Moderna, Biontech-Pfizer und Astrazeneca - stehen in der Apotheke des Impfzentrums des Robert Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, Februar 2021.
Drei Fläschchen mit verschiedenen Impfstoffen gegen Covid-19 von - Moderna, Biontech-Pfizer und Astrazeneca - stehen in der Apotheke des Impfzentrums des Robert Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, Februar 2021. - SNA, 1920, 19.03.2021
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Nach der erneuten Empfehlung durch die EU-Behörde EMA werden die Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland schon ab diesem Freitag fortgesetzt. Viele Politiker werben aktuell für den Impfstoff und rufen die Menschen auf, nicht wählerisch zu sein.
So lässt sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schon an diesem Freitag gegen das Coronavirus impfen. Laut dem Staatsministerium erhält der 72-Jährige seine Spritze im Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle und gibt anschließend ein Pressestatement. Man habe den Termin bereits in der vergangenen Woche vereinbart.
Jetzt will die Regierung den Impftermin des Regierungschefs auch als Werbung für den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nutzen, falls dies möglich ist. Wenn Astrazeneca zugelassen sei, werde sich Kretschmann damit auch impfen lassen, sagte sein Sprecher laut DPA kurz vor der Entscheidung des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU), die Impfungen mit dem britischen Serum wiederaufzunehmen. 
Am Donnerstag hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bekräftigt, mit einer extra Warnung vor möglichen seltenen Fällen von Thrombosen in Hirnvenen. Nun werden die Impfungen fortgesetzt.

Hessens Ministerpräsident Bouffier wirbt für Astrazeneca

Die vorübergehende Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen habe das Vertrauen in das Mittel eher erschüttert, als dass er geholfen habe, bemängelte der hessische Landeschef Volker Bouffier (CDU) in einer Erklärung am Donnerstagabend. Doch er würde trotzdem alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen, sich impfen zu lassen – auch mit Astrazeneca.
„Ich sage Ihnen, wenn ich einen Impftermin habe und mir Astrazeneca angeboten wird, werde ich dieses Angebot annehmen, weil ich davon überzeugt bin, dass jede Impfung besser ist, als ohne Impfschutz zu sein“, so der inzwischen 69-Jährige.

Karl Lauterbach freut sich über die EMA-Entscheidung

„Der Nutzen des Impfstoffs überwiegt. Deshalb bin ich froh, dass die EMA sich klar hinter den Astrazeneca-Impfstoff gestellt hat“, kommentierte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in einem RTL-Interview. Es sei die richtige Entscheidung, und es sei ein wichtiges Signal, dass die Europäische Arzneimittelbehörde hinter dem Impfstoff stehe. Man müsse unterscheiden zwischen allgemeinen Thrombosen und den sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, so Lauterbach. Die Hirnvenenthrombose sei zwar erhöht aufgetreten, aber sie betreffe immerhin nur einen von 100.000 Geimpften. Lauterbach war von Anfang an einer derjenigen, die den Impfstopp kritisiert hatten.
Ebenso der FDP-Chef Christian Lindner, der gegenüber RTL den Umgang der Bundesregierung mit dem Impfstoff kritisierte. „Die Kommunikation der letzten Tage war verheerend. Das kann man gar nicht anders sagen“, beklagte Lindner. Er glaube, dass eine Abgabe des Impfstoffs auf freiwilliger Basis jetzt richtig wäre. Wer das – auch als Regierungsmitglied – möchte, der sollte das tun. „Ich würde es tun“, fügte Lindner hinzu.

Regierungen der EU-Länder nach EMA-Empfehlung gespalten

Nachdem die EMA den Astrazeneca-Impfstoff weiterempfohlen hatte, teilte der italienische Ministerpräsident Mario Draghi ebenfalls mit, schon ab Freitag das Mittel wieder einsetzen zu wollen. Schweden hingegen will sich weiteren Impfungen mit Astrazeneca vorerst enthalten. Man benötige „einige Tage“, um die Entscheidung der EMA zu prüfen, kommentierte der Leiter der schwedischen Gesundheitsbehörde, Johan Carlson.
AstraZeneca-Impfstoff - SNA, 1920, 18.03.2021
EU-Behörde EMA hält am Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff fest
Unabhängig davon setzt auch der britische Premierminister Boris Johnson ein Zeichen für den im Lande entwickelten Impfstoffs. Er wolle sich bereits am Freitag damit impfen lassen. In Großbritannien sind anders als in Deutschland schon mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, ohne dass es eine strenge Impfreihenfolge gibt.

Greifswalder Forscher wollen die Ursache der Hirnthrombosen gefunden haben

Am heutigen Freitag berichtet der NDR in Mecklenburg-Vorpommern, Forscher der Unimedizin Greifswald hätten die Ursache für Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung gefunden. Demnach löst das Vakzin bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus. Die Forscher hätten sich direkt nach dem Impfstopp an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt, um Blutproben von sechs Thrombosepatienten zu bekommen. Für die Lösung des Problems haben sie angeblich schon einen passenden Wirkstoff parat, der allerdings nicht vorsorglich gegen die Thrombosen verabreicht werden könnte. Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sei nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels möglich. Die Studienergebnisse sollen später im Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ veröffentlicht werden. 
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich bereits öffentlich bei den WissenschaftlerInnen bedankt.
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