Erstmals seit Jahren: Keine Rentenerhöhung diesen Sommer im Westen Deutschlands

© AP Photo / Martin MeissnerPassantin in Gelsenkirchen (Archiv)
Passantin in Gelsenkirchen (Archiv) - SNA, 1920, 18.03.2021
Passantin in Gelsenkirchen (Archiv)
Die sonst im Sommer übliche Erhöhung der Altersbezüge fällt in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Krise im Westen Deutschlands aus. Dies gab das deutsche Arbeitsministerium am Donnerstag auf seiner offiziellen Webseite bekannt.
Grundlage für die Rentenanpassung ist demzufolge die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung maßgebliche Lohnentwicklung beträgt in den alten Ländern minus 2,34 Prozent. Sie basiert auf den vom statistischen Bundesamt gemeldeten Bruttolöhnen und -gehältern je Arbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR).
„Wegen der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind die VGR-Löhne in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr leicht gesunken“, so das Ministerium.
Rechner (Symbobild) - SNA, 1920, 18.03.2021
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Neben der Lohnentwicklung wird die Höhe der Rentenanpassung noch durch den Nachhaltigkeitsfaktor bestimmt. Dabei wird die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Auch hier kommt es coronabedingt zu negativen Auswirkungen: Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt sich laut der Behörde in diesem Jahr mit minus 0,92 Prozentpunkten anpassungsdämpfend aus.
„Aufgrund der genannten Einflüsse ergibt sich eine rechnerische Rentenanpassung von minus 3,25 Prozent. Wegen der Rentengarantie bleibt aber der ab 1. Juli 2021 geltende aktuelle Rentenwert weiterhin bei 34,19 Euro.“
Die Rentengarantie stellt seit dem Jahr 2009 sicher, dass die Anwendung der Rentenanpassungsformel nicht zu einer Minderung des aktuellen Rentenwerts führt.
Der aktuelle Rentenwert für die neuen Bundesländer steigt entsprechend der gesetzlich vorgegebenen Angleichungsstufe um 0,72 Prozent auf 97,9 Prozent des aktuellen Rentenwerts West und beträgt damit 33,47 Euro, hieß es. Die Rentenanpassung Ost fällt laut dem Ministerium höher aus als nach der tatsächlichen Lohnentwicklung Ost.
Geld (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.03.2021
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Zum letzten Mal ist es 2010 – im Jahr nach der Finanzkrise – passiert, dass eine Rentenerhöhung ausfiel, meldet die Nachrichtenagentur DPA. Seitdem sind die Renten jedes Jahr gestiegen. Im vergangenen Jahr hatte es zunächst noch einmal eine kräftige Steigerung um 4,2 Prozent im Osten und 3,45 Prozent im Westen gegeben.
Gemäß der sogenannten Angleichungstreppe wird der Rentenwert im Osten bis 2024 schrittweise an den im Westen angepasst, bis er gleich hoch ist.
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