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Nach Missbrauchsgutachten: Erzbischof Heße bietet Papst Amtsverzicht an

Stefan Heße (Archiv) - SNA, 1920, 18.03.2021
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Nach der Vorstellung eines Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln hat der Hamburger Erzbischof Stefan Heße dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten. Das Video von Heßes Erklärung erschien am Donnerstag auf YouTube.
In dem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten warf der Strafrechtler Björn Gercke dem Erzbischof und früheren Personalchef im Erzbistum Köln elf Pflichtverletzungen vor. Dabei handele es sich unter anderem um Verstöße gegen die Melde- und Aufklärungspflicht.
Erzbischof von Köln Rainer Maria Woelki bei der Pressekonfernz zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Deutschlands am 18. März 2021 - SNA, 1920, 18.03.2021
Missbrauchsaffäre im Erzbistum Köln: Gutachter findet Hinweise auf 202 Beschuldigte
Allerdings wird im 800 Seiten starken Schreiben auf „zahlreiche rechtliche Änderungen im Zusammenhang mit der Bearbeitung von Missbrauchsverdachtsfällen“ hingewiesen, von denen Heßes Amtszeit als Generalvikar im Erzbistum Köln geprägt worden sei und die „in vielerlei Hinsicht Unklarheit im Hinblick auf die Rechtslage“ verursacht hätten.
Heße betonte seinerseits, dass er bei der Aufklärung von sexueller Gewalt in der Kirche „immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“ habe.
„Ich habe mich nie an Vertuschung beteiligt. Ich bin dennoch bereit, meinen Teil der Verantwortung für das Versagen des Systems zu tragen.“
Am 14. März 2015 hatte Heße als Erzbischof nach Hamburg gewechselt. Nun bot er seinen Amtsverzicht an.
„Um Schaden vom Amt des Erzbischofs sowie vom Erzbistum Hamburg abzuwenden, biete ich Papst Franziskus meinen Amtsverzicht an und bitte ihn um die sofortige Entbindung von meinen Aufgaben.“
Nach der Vorstellung des Gutachtens erklärte Kardinal Rainer Maria Woelki, zwei Mitarbeiter vorläufig von ihren Dienstpflichten zu entbinden: Dominikus Schwaderlapp, früher Generalvikar des Erzbistums und heute Weihbischof, sowie Günter Assenmacher, als Offizial unter anderem für kirchengerichtliche Angelegenheiten zuständig. Schwaderlapp teilte laut der Nachrichtenagentur DPA mit, dass er Papst Franziskus bereits seinen Amtsverzicht angeboten habe.
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