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Missbrauchsaffäre im Erzbistum Köln: Gutachter findet Hinweise auf 202 Beschuldigte

© AFP 2021 / INA FASSBENDERErzbischof von Köln Rainer Maria Woelki bei der Pressekonfernz zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Deutschlands am 18. März 2021
Erzbischof von Köln Rainer Maria Woelki bei der Pressekonfernz zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Deutschlands am 18. März 2021 - SNA, 1920, 18.03.2021
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Der Strafrechtler Björn Gercke hat in seinem Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs Hinweise auf 202 Beschuldigte festgestellt, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts.
Zusammen mit seinem Team hat Gercke in den vergangenen Monaten die Kirchenakten von 1975 bis 2018 ausgewertet und die Hinweise entdeckt. Es sei das erste Gutachten dieser Art, in dem ungeschwärzt auch die Namen von Verantwortlichen genannt würden, erläuterte Gercke.
Dem heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße warf der Gutachter elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen vor. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sei dagegen entlastet worden – bei ihm sehen Gercke und sein Team keine Pflichtverletzungen.
Die meisten Pflichtverletzungen wurden bei dem 2017 verstorbenen Kardinal Joachim Meisner festgestellt. Auf Meisners Konto gehe ein Drittel aller festgestellten Pflichtverletzungen, nämlich 24, sagten Gercke. Weitere Pflichtverletzungen wurden demnach bei Meisners Vorgänger Kardinal Joseph Höffner (1906-1987) und bei ehemaligen Generalvikaren festgestellt.
Darüber hinaus kritisierte Gercke die Aktenführung des Bistums Köln als mangelhaft:

„Wir haben erhebliche Mängel im Hinblick auf die Organisation des Aktenbestands sowie der Aktenführung im Erzbistum festgestellt. Wir haben bei einigen Akten den Eindruck gewonnen, dass Aktenbestandteile fehlten, da die Verfahrensführung nicht nachvollziehbar war.”

Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst.
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