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Europarat: Minderheiten, Flüchtlinge und LGBTI-Gruppen besonders stark von Pandemie betroffen

© SNA / Dominique BoutinPlenarsaal des Europarats in Straßburg (Archivbild)
Plenarsaal des Europarats in Straßburg (Archivbild) - SNA, 1920, 18.03.2021
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Die Antirassismuskommission des Europarates warnt im Jahresbericht 2020 vor einer Verschärfung der Ungleichheiten in der Corona-Pandemie. Bekämpfung des Rassismus und Schutz von LGBT-Minderheiten seien wichtige Herausforderungen für die Ratsmitglieder. Der Bericht erscheint kurz vor dem Internationalen Tag gegen Rassendiskriminierung am 21. März.
„Wenige Krisen haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg so global auf Europa ausgewirkt wie die Covid-19-Pandemie, die 2020 andere Trends überschattete“, sagte Maria Daniella Marouda, Vorsitzende von Antirassismuskommission (ECRI). „Von der Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien über den Ursprung der Krankheit und der Ausrichtung auf Personen asiatischer Herkunft bei Ausbruch der Pandemie bis hin zur anschließenden Sperrung und dem wirtschaftlichen Abschwung, die Randgruppen am härtesten treffen - die Covid-19-Krise hat zu einer allgemeinen Regression beim Menschen geführt Rechte in Europa“, wird Marouda auf der Seite des ECRI zitiert.
Mit Verweis auf Studien zeigt der Bericht eine erhöhte Ansteckungsgefahr und auch eine mögliche höhere Sterberate bei Zugehörigen religiöser und ethnischer Minderheiten. Weil sie beispielsweise überproportional oft in Hochrisikosektoren wie der Pflege tätig seien oder in überbelegten Wohnungen lebten.
Vor allem habe sich die Situation der Roma am heftigsten verschlechtert, heißt es in dem Bericht. Die Roma-Bevölkerung würde in überfüllte Vierteln mit eingeschränktem Zugang zu öffentlichen Versorgungsunternehmen leben, in denen physische Distanz und gute Hygiene kaum aufrechtzuerhalten sei.
Insbesondere kürzlich angekommene Migranten und Asylsuchende litten unter besonderen Umständen: Sie konnten aufgrund der fehlenden Sozialversicherungsnummer nicht von der Grundversorgung profitieren, so die Autoren. Saisonarbeiter mit Migrationshintergrund, die unter schlechten sanitären Bedingungen leben und arbeiten mussten, waren durch Infektionen mit dem Corona-Virus besonders gefährdet. Gleichzeitig hätten Juden in Europa wie in den Jahren zuvor weiterhin antisemitischen Hass und Gewalt erlebt.
Die Kommission des Europarates zeige sich auch sehr besorgt darüber, dass das Klima gegen die LGBTI-Personen im Jahr 2020 in bestimmten europäischen Ländern an Boden gewonnen hat. Das sei verbunden mit populistischer, homophober und transphober Rhetorik und der sogenannten Anti-Gender-Bewegung. So seien in manchen Ländern des Europarats neue restriktive Gesetze verabschiedet, auf politischer Ebene Gegenmaßnahmen gegen die Rechte von LGBTI-Personen ergriffen und Hassattacken durchgeführt worden.
Der Europarat hat seinen Sitz im französischen Straßburg. Er kümmert sich um den Schutz der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten und ist kein Organ der EU.
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