Munitionsaffäre in der Bundeswehr: Datensätze beim Kommando Spezialkräfte gelöscht

© AP Photo / HERMANN J. KNIPPERTZElitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) (Archiv)
Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) (Archiv) - SNA, 1920, 17.03.2021
Laut Medienberichten haben Ermittlungen zur Munitionsaffäre im Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr gelöschte Daten festgestellt. Gegen einen Stabsoffizier läuft ein Disziplinarverfahren.
Das Verteidigungsministerium hat bei den Ermittlungen zur Munitionsaffäre im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gelöschte Daten festgestellt. Deswegen laufe bei der Bundeswehr ein Disziplinarverfahren, das die Hintergründe klären soll und weitere Vorwürfe wie Falschmeldungen einschließe, berichteten das Nachrichtenportal „The Pioneer“ und die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Mittwoch. Unter Verdacht stehe ein Oberstleutnant, der inzwischen nicht mehr Teil des Heeres sei, aber weiterhin zur Bundeswehr gehöre.

Heeresgeneräle hätten früher reagieren müssen

Über den Fall hatte das Verteidigungsministerium am 3. März die Fachpolitiker im Bundestag unterrichtet. Ein Protokoll liegt der DPA vor. „Anhand des Datensystems könne festgestellt werden, dass die Inventur 2018 in SASPF angelegt und dann gelöscht worden sei. Eine neue Inventur sei nicht angelegt worden“, wird aus der Unterrichtung zitiert.
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Das interne Computersystem SASPF wird für die Inventuren benutzt. Es listet Zahlenwerte auf, die dann im Fall von Munition mit den tatsächlich in den Depots vorhandenen Beständen abgeglichen werden. Wenn ordnungsgemäß vorgegangen worden sei, müssten dabei die erheblichen Fehlbestände aufgefallen sein. Die Löschung erschwere es, Details der Munitionswirtschaft nachzuvollziehen.
Der grüne Verteidigungspolitiker Tobias Lindner sagte dem Nachrichtenportal:

„Hinweise darauf, dass es Mängel bei der Munition im KSK gab, existierten viel früher als gedacht. Die verantwortlichen Generäle des Heeres hätten früher hellhörig werden müssen.“

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