Staatsanwaltschaft fordert lebenslang im Mordprozess gegen Raser

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Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.03.2021
Im Mordprozess um einen tödlichen Raserunfall in München fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten. Sie beantragte eine Verurteilung wegen Mordes und vierfachen versuchten Mordes.
Ein Autofahrer aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am 15. November 2019 um kurz vor Mitternacht auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn durch die Stadt gerast. Laut Polizei ignorierte er mehrere rote Ampeln und erfasste, mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde, einen 14-Jährigen und eine 16-Jährige, die gerade die Straße überquerten. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft und das Landgericht München I. Der 14-Jährige starb, die 16-Jährige wurde schwer verletzt.
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Keine Chance für den Angeklagten?

„Für das, was passiert ist, habe ich keine Worte“, hatte der Angeklagte, laut DPA, zu Beginn des Prozesses über seine Verteidigerin ausrichten lassen. „Schock, Schuldgefühle, Selbstmordgedanken“ empfinde er. „Heute kann ich sagen, dass ich die Gefahr vollkommen unterschätzt und mich überschätzt habe.“
Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Verurteilung wegen Mordes und vierfachen versuchten Mordes, und fordert lebenslange Haft für den Angeklagten. Außerdem soll er in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Das Urteil soll am 23. März fallen.
Die Verteidigung hält die Anklage wegen Mordes laut ihrer Aussagen zu Prozessbeginn für überzogen und den Vorwurf eines illegalen Autorennens mit tödlichem Ausgang für ausreichend. Damit läge die Höchststrafe bei zehn Jahren. Konkrete Anträge wurden allerdings nicht gestellt. Laut „Bayerischem Rundfunk“ kritisierte die Anwältin den Verlauf des Prozesses. Ihr Mandant habe keine echte Chance gehabt, sagte die Verteidigerin.
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