Eine Milliarde Euro für Schüler: Hilfsprogramm soll Lernrückstände in Deutschland kompensieren

© AP Photo / Mark Keppler Ein leerer Klassenraum der Realschule Oberaden in Bergkamen, Nordrhein-Westfalen (Archiv)
Ein leerer Klassenraum der Realschule Oberaden in Bergkamen, Nordrhein-Westfalen (Archiv)  - SNA, 1920, 17.03.2021
Wegen des massiven Schulausfalls in der Corona-Krise beraten Bund und Länder bereits lange Zeit über ein umfangreiches Programm für Schüler. Nun haben sie sich nach Angaben von Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) auf konkrete Eckpunkte geeinigt. Seinen Angaben zufolge könnte das Förderprogramm einen Umfang von einer Milliarde Euro haben.
Das umfangreiche Programm verfolge das Ziel, die durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Lernrückstände aufzuholen.
„Die Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr fast die halbe Zeit die Schule nicht besuchen können. Wir sind uns angesichts des Ausfalls einig, dass gehandelt werden muss, damit keiner den Anschluss verliert“, sagte Rabe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Nach den Vorstellungen der SPD-geführten Länder könne mit dem Geld etwa jedem vierten oder fünften der rund elf Millionen Schüler in Deutschland ein Angebot für eine Lernförderung gemacht werden: Entweder zwei Extra-Stunden pro Woche in Kleingruppen über ein gesamtes Schuljahr verteilt oder vier Förderstunden pro Woche verteilt über ein halbes Schuljahr.
Schulunterricht an einer Sekundärschule in Berlin während Corona-Pandemie, Februar 2021 - SNA, 1920, 09.03.2021
Ringen der Schulen im Pandemiejahr 2020 – Großangelegte Studie
Dies sollte nach Rabes Angaben möglichst unter dem Dach der Schulen stattfinden. Zum Einsatz kommen könnten Nachwuchslehrer im Studium, pensionierte Lehrkräfte oder Volkshochschulpersonal. Aber auch externe Anbieter seien denkbar. Es steht noch bevor, über die Details zu verhandeln - etwa, in welcher Höhe genau sich Bund und Länder daran beteiligen und welche Schüler konkret ein Förderangebot bekommen sollen.

Bundeselternrat fordert tägliche Schnelltests an Schulen

Der Bundeselternrat fordert angesichts wieder stark steigender Corona-Fallzahlen tägliche Schnelltests für Kinder und Jugendliche, die in die Schulen kommen, teilt die Agentur Reuters am Dienstag mit. Es müsse tägliche Testungen an den Schulen für die Schüler, Schülerinnen und aller in der Schule Beschäftigten geben, sagte Vorstandsmitglied Sabrina Wetzel den Zeitungen der „Funke Mediengruppe”.
Weitere nötige Maßnahmen seien der Einbau von Lüftungsanlagen, Hygienekonzepte, der Einsatz zusätzlicher Verkehrsmittel vor allem im ländlichen Raum, sowie kleine Klassenverbände durch Wechselunterricht. Der Besuch der Schule müsse sicher sein.
Kinder vor einer Berliner Grundschule, 22. Februar 2021 - SNA, 1920, 22.02.2021
Schulen und Kitas vielerorts wieder geöffnet – doch um welchen Preis?
Anfang März hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder auf das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigt. Grundsätzlich wird der Lockdown bis zum 28. März verlängert. Zugleich gab es seit dem 8. März erste Lockerungen im Land.
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