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„Wir brauchen diese Impfung“: Drosten warnt vor Aussetzung von Astrazeneca

© AP Photo / Fabrizio BenschVirologe Christian Drosten
Virologe Christian Drosten - SNA, 1920, 17.03.2021
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Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hat zwar die Untersuchung der Thrombose-Fälle nach der Verabreichung von Astrazeneca befürwortet, gleichzeitig aber die Wichtigkeit dieses Vakzins angesichts der aktuellen Corona-Lage in Deutschland betont. Dies berichtet der Sender NDR.
Im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ am Dienstag unterstützte Drosten die Untersuchungen, auf deren Notwendigkeit das Paul-Ehrlich-Institut nach Berichten von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca in Deutschland gedrängt hatte. Allerdings sprach sich der Virologe dafür aus, in der Pandemie-Situation ein mögliches Risiko in Zusammenhang mit der Impfung auch immer im Verhältnis zum Risiko im Erkrankungsfall zu betrachten. „Wir brauchen diese Impfung“, äußerte er. Die Entscheidung über die Aussetzung der Immunisierung mit Astrazeneca wolle er nicht bewerten und habe auch keine Hintergrundinformationen.

Drosten: Bei 60- bis 70-Jährigen wird es um und nach Ostern „brenzlig“ werden

Drosten verwies auf die Prognose des Robert Koch-Instituts (RKI), dem zufolge die Inzidenz in Deutschland nach Ostern bei 300 liegen könnte. „Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte er in diesem Zusammenhang.
Dabei gebe es viele 60- bis 70-Jährige in Deutschland, die größtenteils noch nicht geimpft seien. „Gerade in diesen Jahrgängen wird es um und nach Ostern brenzlig werden“, sagte er.
Corona-Impfung - SNA, 1920, 17.03.2021
Österreich
Virologe rät zu Astrazeneca-Impfungen: Österreich auf „gutem“ Weg
Die aus seiner Sicht wichtige Einbeziehung der Hausarztpraxen bei den Corona-Impfungen stehe und falle gerade mit der Verfügbarkeit des Serums von Astrazeneca, das nicht bei extremen Minusgraden, sondern bei normalen Kühlschranktemperaturen transportiert und aufbewahrt werden kann.

Ausbreitung der Virus-Variante B1.1.7 erhöht Risiko von schwerem Verlauf

Der Virologe betonte außerdem die Häufigkeit der ansteckenderen – und offenbar auch gefährlicheren – Coronavirus-Variante B1.1.7 in Deutschland: Er rechne damit, dass noch in dieser Woche drei Viertel der erfassten Neuinfektionen auf die Mutante zurückzuführen sein würden.
Drosten bezog sich auf eine dänische und drei britische Studien, die das relative Risiko untersuchten, bei einer Infektion mit der Variante zu sterben, im Vergleich mit dem bisherigen Virus. Deren Ergebnisse würden nachweisen, dass die Risiken für einen schweren Verlauf der Krankheit bei einer Infektion mit der Variante tatsächlich deutlich höher seien als mit dem Ursprungsvirus.
In Deutschland hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Seit Montag wird die Vakzine hierzulande vorerst nicht mehr verimpft.
Nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung.
Impfung (Symbolbild)  - SNA, 1920, 16.03.2021
Aufschub zweiter Astrazeneca-Dosis wohl kein Problem – Experten
Nach Berichten über Blutgerinnsel bei Immunisierten hatten auch Länder wie Estland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Dänemark Irland, Norwegen, Bulgarien, Frankreich, Italien und Spanien beschlossen, den von dem Pharmakonzern Astrazeneca entwickelten Impfstoff vorerst nicht mehr zu verwenden.
Astrazeneca hatte eine drastische Kürzung seiner Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten zu liefern, hieß es. Zuletzt war der Konzern noch von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen.
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