Zahl ausländischer Studienanfänger in Deutschland sinkt um mehr als ein Fünftel

© AFP 2022 / INA FASSBENDERTechnische Universität Dortmund inmitten der Corona-Pandemie
Technische Universität Dortmund inmitten der Corona-Pandemie - SNA, 1920, 17.03.2021
Die Zahl der Menschen, die im Studienjahr 2020 ihr Studium an deutschen Hochschulen begonnen haben, ist inmitten der Corona-Pandemie im Vergleich zum vergangenen Studienjahr um vier Prozent zurückgegangen. Bei ausländischen Studierenden ist dieser Wert nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 21 Prozent gesunken.
Demnach ging die Zahl der ausländischen Studierenden im 1. Hochschulsemester gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 99.400 zurück, während die Zahl der deutschen Studierenden im 1. Hochschulsemester um zwei Prozent auf 389.200 stieg.
Insgesamt sollen sich 488.600 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Studienjahr 2020 (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021) erstmals für ein Studium an einer deutschen Hochschule eingeschrieben haben.

Corona-Pandemie als Ursache

„Der außergewöhnlich starke Rückgang der ausländischen Studienanfängerinnen und -anfänger ist maßgeblich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, in deren Folge eine Studienaufnahme an einer deutschen Hochschule für Studierende aus dem Ausland erheblich erschwert war“, heißt es in der Mitteilung des Bundesamtes.
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Das würden auch die endgültigen Ergebnisse zum Sommersemester 2020 zeigen: Danach sei die Zahl der Bildungsausländer um 29 Prozent gesunken, die Zahl der Bildungsinländer habe sich dagegen nur um acht Prozent im Vergleich zum Sommersemester 2019 reduziert.
Für das Wintersemester 2020/2021 und damit auch für das Studienjahr 2020 liegen noch keine Ergebnisse zu Bildungsinländern und Bildungsausländern vor.

Die verhältnismäßig größten Verluste bei Geisteswissenschaften

Den größten relativen Rückgang bei den ausländischen Studienanfängerinnen und Studienanfängern gab es nach Destatis-Angaben im Bereich der Geisteswissenschaften: 9600 ausländische Erstimmatrikulierte hätten im Studienjahr 2020 ein solches Studium begonnen – dies seien 42 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Ersteinschreibungen ausländischer Studierender in den Fächergruppen Ingenieurwissenschaften sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sei zwar mit 37.000 beziehungsweise 31.100 wesentlich höher gewesen. Allerdings sei auch in diesen beiden Fächergruppen die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger um 17 beziehungsweise 16 Prozent deutlich zurückgegangen.
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Einen deutlichen Rückgang im Studienjahr 2020 hätten auch Studienbereiche wie Mathematik/Naturwissenschaften mit 10.200 ausländischen Erstimmatrikulierten (minus zwölf Prozent), Kunstwissenschaft mit 4200 Bildungsausländern (minus 24 Prozent) und Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften mit 3400 ausländischen Studienanfängern (minus 21 Prozent) verzeichnet.
Den verhältnismäßig geringsten Rückgang um sieben Prozent auf 2200 ausländische Studierende habe die Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften und Veterinärmedizin verbuchen können

Wer ist eigentlich Bildungsausländer?

Bei den Bildungsinländern handle es sich um Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung aber in Deutschland erworben haben – Bildungsausländer hätten diese dagegen im Ausland erlangt, erläuterte die Behörde.
Szene aus einer isländischen Saga - SNA, 1920, 20.02.2021
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Bei den Bildungsinländern wirke sich das zum 1.1.2000 geänderte Staatsangehörigkeitsrecht aus, nach dem ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit bei der Geburt erwirbt, wenn ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.
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