Betrug mit Corona-Soforthilfen in großem Maßstab – Vier Jahre und zehn Monate Haft gefordert

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Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.03.2021
In einem Prozess um millionenschweren Betrug bei Corona-Soforthilfen fordert die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten. Der Angeklagte soll im März und April 2020 in 91 Fällen in sechs Bundesländern rund 2,5 Millionen Euro beantragt haben.
Am Landgericht München I wird ein Fall von Corona-Betrug in großem Maßstab verhandelt. Dem 31-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im Zeitraum von März bis April 2020 91 Mal Corona-Soforthilfen in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro beantragt zu haben. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sei jedoch nur bei drei Anträgen tatsächlich Geld ausgezahlt worden – die Summe belief sich demnach auf 67.776 Euro.
Der Staatsanwalt sieht hinter dem Verhalten des Mannes eine „erhebliche kriminelle Energie“ und fordert eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Montaen. „Der Angeklagte hat in dreister Art und Weise eine Notlage ausgenutzt.“
Bayerischer Landtag (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.03.2021
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Die Verteidigung verweist hingegen darauf, dass die Taten aufgrund ihrer „stümperhaften“ Ausführung hätten schnell auffallen müssen. So habe der Angeklagte bei allen 91 Anträgen die eigene Kontonummer als Ziel angegeben.
Der 31-jährige Angeklagte kommentierte die drei Fälle, in denen er Soforthilfen kassiert hatte, knapp mit „mea culpa“, Latein für „meine Schuld“. Zu den restlichen Fällen, in denen er versucht haben soll, sich Subventionsleistungen zu erschleichen, äußerte er sich kaum.
Das Urteil wird am Mittwochnachmittag erwartet.
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