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Umweltministerin Schulze: Klimaziel 2020 knapp erreicht – dank Corona

© AFP 2021 / BERND VON JUTRCZENKASvenja Schulze
Svenja Schulze - SNA, 1920, 16.03.2021
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Deutschland habe sein Klimaziel 2020 knapp geschafft. Doch das sei kein Grund um sich auszuruhen, sagte Bundesumweltministerin Schulze am Dienstag vor Journalisten. Ohne die Folgen der Pandemie wäre das Ziel wahrscheinlich verfehlt worden, erklärte der Präsident des Umweltbundesamtes Messner.
„Deutschland hat sein Klimaziel 2020 doch noch erreicht“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag in Berlin. Insgesamt habe Deutschland laut den Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) vergangenes Jahr knapp 739 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert. Im Vergleich zu 1990 sanken die Emissionen um 40,8 Prozent, knapp 0,8 Prozent mehr als das vorgegebene Ziel.
Es handelt sich um den „größten jährlichen Rückgang seit dem Jahr der deutschen Einheit“, unterstrich die Ministerin. Die größten Fortschritte seien im Bereich der Energiewirtschaft erzielt worden, konstatierte sie. Dies führe Schulze vor allem auf die „Effekte des Kohleausstiegs“ zurück.

Nicht ohne Corona

Doch: „Ohne die Folgen der Corona-Krise wäre das Klimaziel 2020 insgesamt vermutlich knapp verfehlt worden“, bemerkte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes. Dabei sei gut ein Drittel der Minderungen auf die Folgen der Bekämpfung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Deren Effekte habe es vor allem im Bereich des Verkehrs gegeben, weil etwa weniger lange Strecken durch Pkw zurückgelegt wurden.
Emissionsminderungen durch die Pandemie seien nicht etwas, was sich die Bundesregierung wünsche, sagte Schulze. „Es ist klar: Katastrophen und Wirtschaftskrisen ersetzen keine geordnete Klimapolitik und keinen nachhaltigen Umbau unserer Volkswirtschaft“, betonte die Ministerin.
Die positive Klimabilanz des letzten Jahres sei kein Grund, um sich auszuruhen, erklärte die SPD-Politikerin. So müsse das geplante Ausbautempo für Wind- und Sonnenstrom in diesem Jahrzehnt verdoppelt werden. Weil das sogenannte Sektorziel bei Gebäuden knapp verfehlt wurde, müsse nun Bauminister Horst Seehofer (CSU) ein Sofortprogramm mit zusätzlichen Maßnahmen auflegen.
Zudem will Schulze aus der Pandemie Schlüsse für die Umweltpolitik ableiten. So werde es aus Ihrer Sicht beispielsweise darauf ankommen, mehr auf Videokonferenzen statt Dienstreisen zu setzen. Auch eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, Ausbau von Radwegen sowie der Umstieg auf die Elektromobilität seien entscheidend für die deutsche Klimabilanz.

Kritik am Kurs

Die „Klima-Allianz Deutschland“ bezeichnete den Rückgang der Emissionen der „Deutschen Presse-Agentur“ zufolge als einen Einmaleffekt der Corona-Krise. „Was wir aber brauchen, ist eine wirksame Klimapolitik – sonst werden die Emissionen wieder steigen“, so die Geschäftsführerin Christiane Averbeck. Eine deutliche Anhebung des deutschen Klimaziels für 2030 forderten am Dienstag zahlreiche Klima-, Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialverbände sowie Kirchen. „Das Klimaschutzgesetz und das deutsche Klimaziel für 2030 müssen an das neue EU-Klimaziel angepasst werden. Für Deutschland ergibt sich daraus ein Ziel von mindestens 70 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2030 gegenüber 1990“, heißt es in dem aktuellen Apell.
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