Angeschuldigte Millionäre Schweizer Masken-Affäre beschuldigen Importeure

CC BY 2.0 / Flickr/Richard Harvey / MaskMund-Nasen-Schutz (Symbolbild)
Mund-Nasen-Schutz (Symbolbild) - SNA, 1920, 16.03.2021
Zwei junge Erwachsene sind mit Masken-Handel in der Pandemie zu Millionären geworden. Nun müssen sich die Beiden rechtfertigen: Einige der Masken weisen nicht die richtige Qualität auf und haben Krankenhauspersonal nicht richtig geschützt.
Die Jungunternehmer Jascha Rudolphi und Luca Steffen sind beide 23 Jahre alt und haben auf das richtige Pferd gesetzt: Mit ihrer Firma Emix Trading AG konnten sie über 300 Millionen Gesichtsmasken in Europa verkaufen. Auch Deutschland gehörte während der ersten Welle der Corona-Pandemie zu den größten Abnehmern von Emix. Als noch Maskenknappheit im Inland und Ausland herrschte, verlangten die Unternehmer bis zu 9,90 Franken pro Maske (8,94 Euro). Trotz des hohen Preises erzielten sie großen Erfolg und bekamen somit Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Anschuldigungen gegen Emix

Dabei kaufte nicht nur das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Jens Spahn die Einwegmasken. Auch das bayrische Gesundheitsministerium erwarb für 10,6 Millionen Euro Atemschutzmasken. Über den Stückpreis von 8,90 Euro pro Maske ärgert sich nun SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn. Er ist überzeugt, dass dies auch günstiger hätte erworben werden können. Brunn erstattete sogar bei der Münchner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Unbekannt.
Doch das Gesundheitsministerium in München weist die Vorwürfe zurück. In der damaligen Situation wäre der Erwerb von Gesichtsschutz an höhere Preise gebunden. Gleich argumentierte auch die Schweizer Armee, welche im ersten Lockdown ebenfalls Masken von Emix abkaufte.
Rudolphi und Steffen behaupten, dass vor allem die Frachtkosten den Preis der Beschaffung der Masken erheblich erhöht haben. Sie mussten damals Frachtschiffe anmieten, um den Mund-Nasen-Schutz aus China zu importieren. Anschließend habe sie die Masken zum Marktpreis verkauft, schreibt die FAZ. Diese Erklärung stelle jedoch nicht zufrieden: Ein Luzerner Jurist habe ebenfalls eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Zürcher Staatsanwaltschaft und das Eidgenössische Zollverwaltungsamt haben deswegen vor kurzem eine Hausdurchsuchung bei Emix durchgeführt.
Stoffmasken (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.03.2021
Schweiz: Bundesamt für Gesundheit für Stoffmasken statt FFP2

Schutz nicht immer gewährleistet

Dem Unternehmen werde ebenfalls eine teilweise zu schlechte Qualität des Mundschutzes vorgeworfen. So haben Rudolphi und Steffen in der ersten Welle in manchen Fällen unbrauchbare und nicht genügend schützende Masken an das Kantonskrankenhaus in Glarus verkauft. Die Masken hätten statt den erforderlichen 95 Prozent nur fünf Prozent der Kleinstpartikel aus der Luft gefiltert.
Dabei sehe Emix die Schuld in erster Linie nicht bei sich, sondern argumentiere, dass diese Masken von einem anderen Importeur in den „Verkehr gesetzt worden waren“, so die FAZ. Die Endverkäufer entziehen sich somit der Verantwortung und stellen den Importeur als Verantwortlichen dar. Im gleichen Zug leitet Emix nun auch rechtliche Schritte gegen die Importeure ein.

„Dass diese Maske die Trägerinnen und Träger nicht geschützt haben könnte, ist ein unerträglicher Gedanke“, erklären die jungen Multimillionäre in einer schriftlichen Stellungnahme. Weiter schreiben sie: „Die Darstellung, wir hätten Profit vor das Wohlergehen der Menschen gestellt, entbehrt jeder Grundlage. Das Gegenteil war der Fall: Wir wollten in dieser dramatischen und hektischen Zeit, als alle dringend Masken benötigten, mit unternehmerischer Voraussicht einen Beitrag zum Schutz der Gesundheit leisten, und das ist uns über alles gesehen auch gelungen.“

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