Ungewöhnliche Forderung: CO2-Steuer auf Hunde fürs Klima

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Hunderasse französische Bulldogge  - SNA, 1920, 16.03.2021
Hunderasse französische Bulldogge
Kann man mit Hunden kalkulieren? Durchaus: genau 630 Kilogramm CO2 soll ein Durchschnitts-Vierbeiner pro Jahr in die Welt stoßen. Da Leipzig sich im Klimanotstand befindet, sollen die Hunde-Emissionen gefälligst auch besteuert werden. Diesen Vorschlag hat jedenfalls eine Fraktion im Stadtrat eingereicht.
Die Klimaziele der Europäischen Union sehen einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen von mindestens 55 Prozent zum Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 vor. Da gilt es, in allen Sektoren zu optimieren, bei Autos etwa oder in der Gebäudedämmung. Aber prinzipiell lässt sich alles in Form von CO2 durchrechnen und als Emissionsschleuder darstellen – wie die Leipziger Fraktion „Freibeuter“ zeigt, die immerhin vier der 70 Leipziger Stadträte stellt.
Gut, sie haben es nicht selbst berechnet, wie „forschung-und-wissen.de“ berichtet. Die Mathematik dahinter haben Forscher der Technischen Universität Berlin besorgt, die gezeigt haben wollen, dass ein mittelgroßer Hund im Lauf seines Lebens rund 8,2 Tonnen des Treibhausgases ausstößt. Das soll dann etwa 72.800 Kilometern mit dem Auto entsprechen, das fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Aufs Jahr berechnet, erzeugt ein Durchschnittshund 630 Kilogramm CO2 und diese müssen aus Sicht der „Freibeuter“ auch besteuert werden.
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Die Abgabe von derzeit 96 Euro auf Hunde würde bei einer positiven Entscheidung auf einen dreistelligen Betrag steigen. Der Leipziger Stadtrat hat den Antrag an die Gremien verwiesen, er wird auf seine Auswirkungen auf das Klima hin analysiert. Die Stadt Leipzig befürchtet aber auch einen Bumerang-Effekt: Durch die höhere Abgabe könnte die Zahl der Hundebesitzer fallen und dadurch der Stadt Steuereinnahmen wegbrechen.
Den Hintergrund solcher „Effizienzsteigerungen“ bildet der 2019 ausgerufene Klimanotstand in der Stadt. Die Stadt sieht eine Verringerung der CO2-Emissionen pro Einwohner um zehn Prozent alle fünf Jahre vor.
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