Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Astrazeneca-Impfstopp in Deutschland populistische Entscheidung? Ema-Chefin antwortet SNA

© AFP 2021 / YVES HERMANDie Exekutivdirektorin der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), Emer Cooke, während einer Videokonferenz in Brüssel, Belgien, am 16. März 2021.
Die Exekutivdirektorin der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), Emer Cooke, während einer Videokonferenz in Brüssel, Belgien, am 16. März 2021. - SNA, 1920, 16.03.2021
Abonnieren
Die Entscheidung des Gesundheitsministers Jens Spahn, die Astrazeneca-Impfungen wegen der Thrombosen erstmal auszusetzen, stößt in Deutschland auf Kritik. Suggeriert wird, dass die Impfkampagne hiermit gefährdet und das Vertrauen in einen guten Impfstoff ruiniert würden.
War die Entscheidung Spahns also eine populistische Maßnahme, orientiert an anderen EU-Ländern? Inwiefern wird sich der aktuelle Druck auf die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) auf die Zulassung anderer Vektor-Impfstoffe wie „Sputnik V“ auswirken? Das wollte SNA News von der Chefin der (Ema), Emer Cooke, auf einer Pressekonferenz am Dienstag wissen.
Zwar hat das Paul-Ehrlich-Institut wegen sieben Fälle einer speziellen Thrombose, davon drei Todesfälle, weitere Untersuchungen empfohlen. Allerdings hatte das Institut zuletzt von 157 Todesfällen mit unbekannter Todesursache nach den Biontech/Pfizer beziehungsweise Moderna-Impfungen berichtet. Sechs Fälle der Thrombozytopenie – Mangel an Blutplättchen im Blut – nach den beiden mRNA-Impfstoffen wurden dem Institut bis 26. Februar gemeldet.

„Es ist nicht meine Aufgabe, zu einer bestimmten Situation in einem Mitgliedstaat Stellung zu nehmen“, antwortete Cooke. „Ich kann aber sagen, dass wir uns jetzt alle Fälle in der EU ansehen und dies im Zusammenhang mit der Anzahl der Impfstoffe bewerten, die in ganz Europa verwendet wurden. Das ist der Hauptfokus unserer Überprüfung. Und falls es in Bezug auf die Art der Fälle, die in Bezug auf andere Impfstoffe eintreten, ähnliche Fälle gibt, werden wir diese genauso sorgfältig prüfen, wie in diesem Fall. Im Moment konzentrieren wir uns jedoch auf Astrazeneca, da Bedenken geäußert werden und weitere wissenschaftliche Überprüfungen erforderlich sind.“

EMA weiter von Vorteil des Astrazeneca-Impfstoffs überzeugt

Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte inzwischen die Entscheidung, die Astrazeneca-Impfungen vorsorglich auszusetzen. Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung sei demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten würden: „Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden“, teilte das Institut am Dienstagnachmittag mit. Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchen-Mangel seien nicht die Senioren betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf haben, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter. Die Experten seien deswegen einstimmig der Meinung, dass der Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung „nicht unplausibel“ sei.
Gesundheitsminister Jens Spahn hält eine Pressekonferenz nach der vorsorglichen Aussetzung von Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin, 15. März 2021 - SNA, 1920, 15.03.2021
„Unsere Regierung besteht aus Impfgegnern“ - Lauterbach und andere attackieren Stopp von Astrazeneca
Weiter versicherte Cooke auf der Pressekonferenz, dass die Ema Berichte über schwerwiegende thrombotische Ereignisse ebenfalls aus Großbritannien erhalte und diese berücksichtige. „Wir suchen auch nach Vergleichen für die thrombotischen Ereignisse bei allen Impfstoffen, aber der Schwerpunkt unserer Überprüfung liegt nur bei Astrazeneca.“ Generell hält sie aber den Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen für größer als die Gefahren. Am Donnerstag wolle die Ema eine Einschätzung zu möglichen Risiken und zur weiteren Verwendung abgeben.
Mehrere europäische Staaten setzen gerade Impfungen mit Astrazeneca aus – nach Deutschland auch Frankreich und Italien. Laut Cook ist eine Situation wie diese nicht unerwartet. Bei Impfung mehrerer Millionen Menschen seien seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen nach der Impfung unausweichlich. Die Ema prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. „Wir müssen die Fakten zuerst haben.“ Schlussfolgerung wird danach gezogen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала