Vatikan: Segnungen homosexueller Beziehungen nicht möglich

© AFP 2022 / TIZIANA FABIDie offizielle Residenz des Papstes in der Vatikanstadt
Die offizielle Residenz des Papstes in der Vatikanstadt - SNA, 1920, 15.03.2021
Die katholische Kirche verfügt nach eigener Einschätzung nicht über die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen. Dies geht aus einer sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) der Glaubenskongregation im Vatikan hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Papst Franziskus stimmte der Veröffentlichung zu.
Anlass zur entsprechenden erläuternden Note sind demnach Projekte und Vorschläge von Segnungen für Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts, die sich in einigen kirchlichen Bereichen verbreiten.
Um der Natur der Sakramentalien zu entsprechen, zu denen auch Segnungen gehören würden, sei es erforderlich, dass „die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hingeordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus dem Herrn vollständig offenbart sind“, heißt es im Schreiben.
Daher sei es nicht erlaubt, „Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist“.
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Trotz dem Vorhandensein positiver Elemente, die dennoch zu schätzen und hervorzuheben seien in solchen Beziehungen, sei man trotzdem nicht in der Lage, diese zu rechtfertigen und sie daher rechtmäßig zum Gegenstand einer kirchlichen Segnung zu machen, „weil diese Elemente im Dienst einer Verbindung stehen, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet“ sei.

Segen für einzelne Homosexuelle möglich

Allerdings sei die Erklärung der Unzulässigkeit von Segnungen der Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts weder eine ungerechte Diskriminierung noch enthalte sie die Absicht, eine solche zu sein – sie rufe „die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht“, betonte die Glaubenskongregation.
Die christliche Gemeinschaft und die geistlichen Hirten seien jedoch aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt aufzunehmen.
Zudem könnten Segnungen einzelnen Personen mit homosexueller Neigung gespendet werden, die „den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden“ – unzulässig sei jedoch jede Segnungsform, die dazu neige, homosexuelle Verbindungen anzuerkennen.
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In der BRD fordert unter anderem das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen. In der evangelischen Kirche sind solche Segnungen schon weit verbreitet, vielerorts gibt es auch kirchliche Trauungen für Homosexuelle.
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