Türkisches Verteidigungsministerium wirft Syrien Raketenbeschuss in Provinz Aleppo vor

© SNA / Dmitry Vinogradov  / Zur BilddatenbankGouvernement Aleppo
Gouvernement Aleppo - SNA, 1920, 15.03.2021
Das türkische Verteidigungsministerium hat laut einer offiziellen Mitteilung Syrien die Verübung eines Raketenangriffs auf zwei Bezirke im nördlichen, von Ankara kontrollierten Teil der Provinz Aleppo vorgeworfen.
„Die Raketen, die vom Flughafen Kuweyres aus in Aleppo abgefeuert wurden, der sich unter Kontrolle des syrischen Regimes befindet, haben Ortschaften und Brennstofftanker in den nördlichen Distrikten Dscharābulus (Jarablus) und Al-Bab getroffen“, heißt es.
Die betroffenen Bezirke befinden sich laut der Mitteilung des Verteidigungsministeriums in der Zone, wo die türkischen Streitkräfte die Anti-Terror-Operation „Schutzschild Euphrat“ durchführen.
Der Nachrichtenagentur Anadolu nach erfolgte der Beschuss mittels ballistischer Raketen und mehrläufiger Raketenanlagen. Bei der Attacke sollen zahlreiche Zivilisten verletzt worden sein.
„An die Russische Föderation wurde eine Meldung über die Notwendigkeit einer Waffenruhe gerichtet.“
Zuvor hatten Medien berichtet, dass Öl-Tankwagen in einem Dorf nahe der Stadt Dscharābulus in der Provinz Aleppo mit Raketen beschossen worden waren. Infolge sei Feuer ausgebrochen. Mehrere Tankwagen brannten demnach ab, auch wurden Verletzte gemeldet.
Syrien - SNA, 1920, 07.03.2021
18 Tote bei Minenexplosion in Syrien
Die türkische Armee hatte am 24. August 2016 die Operation „Schutzschild Euphrat“ gegen die Terrormiliz Islamischer Staat* (IS, auch Daesh) gestartet und unter Teilnahme der syrischen Opposition die Grenzstadt Dscharābulus im Norden Syriens sowie Al-Bab und Aʿzāz (Azas oder Asas) eingenommen. Erdogan hatte damals erklärt, die Operation ziele darauf ab, eine Fläche von 5000 Quadratkilometern von den Terroristen zu säubern und dort eine Sicherheitszone für die Unterbringung von Flüchtlingen einzurichten.
Die Türkei hatte am 9. Oktober 2019 mit der „Operation Friedensquelle“ eine militärische Offensive gegen die in der Türkei als Terrororganisation eingestufte und verbotene Kurdenpartei PKK im Norden Syriens gestartet. Am 17. Oktober einigten sich Ankara und Washington darauf, dass die Türkei ihren Einsatz für 120 Stunden einstellt, kurdische Einheiten im Gegenzug die 30 Kilometer breite Zone an der türkisch-syrischen Grenze räumen und Ankara die Kontrolle überlassen. Später erklärte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, dass die USA die Abmachung nicht vollständig erfüllt hätten und sein Land keine Kompromisse eingehen werde.
*Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten
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