Eskalation nach Kauf von Sputnik V: Slowakischer Regierung droht Zerfall wegen Corona-Politik

© REUTERS / POOL NewDer slowakische Premierminister Igor Matovič (Archivbild)
Der slowakische Premierminister Igor Matovič (Archivbild) - SNA, 1920, 15.03.2021
Der slowakischen Regierung droht nach Konflikten um die Bekämpfung der Corona-Pandemie auseinanderzubrechen.
Der liberale Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Richard Sulik forderte am Montag den konservativ-populistischen Regierungschef Igor Matovic ultimativ zum Rücktritt auf. Er sei im Gegenzug bereit, auch seinen Platz in der Regierung zu räumen, erklärte Sulik. Falls Matovic nicht zurücktrete, werde seine Partei Freiheit und Solidarität SaS aus der Vier-Parteien-Koalition austreten, drohte er.
Die kleinste Koalitionspartei Für die Menschen bekräftigte, eine konstruktive Zusammenarbeit sei nur möglich, wenn sowohl Matovic als auch Sulik die Regierung verließen. Der letzte Eskalationsschritt war für sie, dass Matovic gegen einen offiziellen Regierungsbeschluss den in der EU nicht zugelassenen Impfstoff Sputnik V aus Russland bestellt hatte. Die erste Lieferung von 200.000 Dosen nahm Matovic gemeinsam mit seinem inzwischen zurückgetretenen Gesundheitsminister persönlich in Empfang.
Der russische Impfstoff Sputnik V (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.03.2021
RDIF meldet Vereinbarung über Produktion von „Sputnik V“-Impfstoff unter anderem mit Deutschland
Gemessen an der Bevölkerungszahl verzeichnet die 5,5 Millionen Einwohner zählende Slowakei inzwischen mehr Corona-Tote als jedes andere Land Europas. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) waren es am Montag 246,25 Corona-Tote pro eine Million Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage. Die Zahl der Neuinfektionen im selben Zeitraum war mit 567,9 pro 100.000 Einwohner mehr als viermal so hoch wie in Deutschland.
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