Italien will bis Herbst vier Fünftel der Bevölkerung impfen

© REUTERS / YARA NARDIDer Platz Piazza Navona in Rom
Der Platz Piazza Navona in Rom  - SNA, 1920, 14.03.2021
Italien will bis September mindestens 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft haben. Ab Montag müssen Millionen Menschen im Lande wieder in den Lockdown. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Nach Angaben der Regierung hat der neue Corona-Beauftragte Francesco Paolo Figliuolo einen Plan vorgelegt, demzufolge die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen auf 500.000 erhöht werden soll. Bisher waren es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 170.000 Dosen. Das Land mit einer Bevölkerung von rund 60 Millionen Einwohnern steht mit 101.881 im Zusammenhang mit der Pandemie registrierten Toten europaweit an zweiter Stelle nach Großbritannien – und an siebter Stelle weltweit. Knapp zwei Millionen Menschen sind zum ersten und zweiten Mal geimpft worden.

Neuer Lockdown: Fast das ganze Land wird zu „Roter Zone“

Angesichts steigender Infektionszahlen will Italien einen landesweiten Lockdown über die Osterfeiertage verhängen. Die Menschen dürften das Haus dann nur noch zur Arbeit, für Wege zum Arzt oder in Notfällen verlassen, teilte Reuters unter Berufung auf den vorliegenden Entwurf eines Erlasses der Regierung mit. Bereits ab Montag soll es demnach zudem Einschränkungen mit Schließungen von Restaurants und Bars in Regionen geben, die bislang noch vergleichsweise geringe Infektionszahlen aufweisen.
Der russische Impfstoff Sputnik V (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.03.2021
Italien produziert als erstes europäisches Land russischen Impfstoff Sputnik V
Nach Angaben von dpa soll ein Großteil der Regionen ab Montag zu sogenannten Roten Zonen werden. Dazu gehören unter anderen die Lombardei, Venetien, Latium, die Emilia-Romagna und das Piemont. Betroffen seien mehr als 40 Millionen Menschen. Schulen und Kitas würden dann genauso wie Geschäfte schließen. Restaurants dürften nur Speisen zum Mitnehmen verkaufen. In der beliebten Urlaubsregion Südtirol gelten dagegen ab Montag einige Lockerungen wie zum Beispiel an Schulen. Die einzige „weiße Zone“ ist die Insel Sardinien, dort gelten die wenigsten Einschränkungen.
Der italienischen Regierung zufolge wurden bislang 7,9 Millionen Dosen geliefert. Diese Zahl soll sich innerhalb der nächsten drei Wochen verdoppeln. Etwa 52 Millionen weitere Dosen würden bis Ende Juni erwartet, weitere 84 Millionen bis zum Herbst.
Für Polemik sorgte auch in Italien der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca – die Impfungen wurden aber nicht ausgesetzt. Nur die Verabreichung einer Charge sei nach schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen gestoppt worden, wie die Arzneimittelbehörde Aifa am Freitag mitgeteilt hatte. Bislang gebe es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und diesen Vorfällen. Vor allem der Tod eines Marineoffiziers auf Sizilien nach der Impfung hatte für Aufsehen gesorgt. Die Behörden ermitteln in dem Fall.
Impfdosen mit AstraZeneca-Vakzine wird in einem Impfzentrum in Grevesmühlen gezeigt - SNA, 1920, 14.03.2021
FT nennt Grund für Astrazeneca-Lieferprobleme in EU

Regierung will Welle von Neuinfektionen bis zum späten Frühjahr gebrochen haben

Mit der nationalen Impfkampagne und strengeren Abstandsmaßnahmen will das Land die Welle der Neuinfektionen bis zum späten Frühjahr gebrochen haben:
„Die Anwendung strengerer Maßnahmen und der progressive Anstieg der Zahl der Geimpften lassen uns glauben, dass sich die Zahlen bereits in der zweiten Hälfte des Frühjahrs verbessern werden“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza der Tageszeitung „La Repubblica“.
Italien hatte in den vergangenen Wochen einen deutlichen Anstieg der Corona-Fälle verzeichnet, was auch daran liegt, dass sich die ansteckendere britische Virus-Variante immer stärker verbreitet.
Am Samstag meldeten die italienischen Behörden rund 26.000 Corona-Neuinfektionen und 317 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 binnen eines Tages.
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