FT nennt Grund für Astrazeneca-Lieferprobleme in EU

© REUTERS / FABIAN BIMMERImpfdosen mit AstraZeneca-Vakzine wird in einem Impfzentrum in Grevesmühlen gezeigt
Impfdosen mit AstraZeneca-Vakzine wird in einem Impfzentrum in Grevesmühlen gezeigt - SNA, 1920, 14.03.2021
Verzögerungen bei den Lieferungen von Astrazeneca-Impfstoff an die Europäische Union sind laut einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ unter anderem darauf zurückzuführen, dass das niederländische Werk, welches für die Fertigung des Impfstoffs zuständig ist, immer noch keine EU-Zulassung erhalten hat.
Der Betreiber des Werks, der niederländische Konzern „Halix“, habe bislang keine einzige Impfdosis an die EU ausgeliefert, berichtet die „Financial Times“. In einem im August unterzeichneten Vertrag zwischen dem Impfstoff-Hersteller Astrazeneca und der Europäischen Kommission werde das Werk in der niederländischen Stadt Leiden als einer der wichtigsten Produktionsstandorte neben dem Werk im belgischen Seneffe erwähnt.
Das Werk in Leiden soll dem Bericht zufolge monatlich mindestens fünf Millionen Astrazeneca-Dosen für die EU herstellten. Ein Teil davon werde aktuell bereits produziert, dürfe aber wegen der ausstehenden Genehmigung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) noch nicht ausgeliefert werden, so die „Financial Times“.
Laut EU-Beamten hat AstraZeneca noch nicht alle für die Zulassung erforderlichen Daten zur Verfügung gestellt. Ein Sprecher von Astra-Zeneca sagte, dass die Genehmigung des Standorts durch die EMA „wie geplant“ voranschreite.

Astrazeneca kürzt abermals Lieferungen an die EU

Zuvor hatte Reuters berichtet, dass der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca die Auslieferung seines Corona-Impfstoffs an die Länder der Europäischen Union kürzen muss und statt der zugesagten 40 Millionen Impfdosen nur 30 Millionen bereitstellen wird.
Die Kürzung der Liefermenge bedeutet einen weiteren Rückschlag für die europäische Impfkampagne, die ohnehin durch wiederholte Lieferverzögerungen vonseiten der Impfstoffhersteller aufgehalten worden ist. Die anfänglichen Kürzungen seien auf Produktionsprobleme in der EU zurückzuführen, erklärte Astrazeneca.

In mehreren Ländern ausgesetzt

Mehrere EU-Länder, darunter Österreich, Dänemark, Luxemburg und Italien, haben den Einsatz des Astrazeneca-Vakzins mittlerweile ausgesetzt oder verboten, weil zahlreiche Fälle von Thrombose bei geimpften Patienten bekannt wurden. Die Weltgesundheitsorganisation geht diesen Berichten derzeit nach. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA führt eigene Untersuchungen durch.
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