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Trotz Absage: Hunderte gedenken mutmaßlich ermordeter Frau in London – Zusammenstöße mit Polizei

© REUTERS / HANNAH MCKAYZusammenstöße mit der Polizei bei der Gedenkfeier an die mutmaßlich entführte und ermordete Sarah Everard in London
Zusammenstöße mit der Polizei bei der Gedenkfeier an die  mutmaßlich entführte  und ermordete Sarah Everard in London - SNA, 1920, 14.03.2021
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Nach dem mutmaßlichen Mord an Sarah Everard, der einen landesweiten Aufschrei gegen Belästigungen und Gewalt an Frauen ausgelöst hatte, haben sich Hunderte Menschen am Samstagabend trotz Warnungen vor rechtlichen Konsequenzen in einem Park im Süden Londons zu einer Gedenkfeier versammelt.
Hunderte Frauen und Männer kamen tagsüber in die Parkanlage Clapham Common, um Blumen und Zeichnungen an einer Gedenkstätte für Everard niederzulegen. Versuche der Polizei, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht genehmigte Versammlung teils mit Gewalt aufzulösen, wurden mit lautstarken Protestrufen und Pfeifkonzerten beantwortet, wie Videos im Internet zeigten.

Herzogin Kate bringt Mitgefühl für Mordopfer zum Ausdruck

Herzogin Kate hat den improvisierten Gedenkort an einem Musikpavillon im Park Clapham Common am Nachmittag aufgesucht und Berichten zufolge Narzissen niedergelegt. Dem Anschein nach war sie ohne Bodyguards gekommen. Eine Maske trug sie nicht.
Die Herzogin von Cambridge habe der getöteten Sarah E. und ihrer Familie Respekt zollen wollen, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf Palastkreise. Sie habe sich auch daran erinnert, wie es sich anfühlte, vor ihrer Hochzeit mit Prinz William nachts allein durch London zu gehen, hieß es.

Londoner Polizei gerät in Kritik

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, trafen im Laufe des Abends immer mehr Menschen ein, von denen einige skandierten „Vereinte Schwestern werden niemals besiegt“. Die Polizei versuchte daraufhin, die um einen Musikpavillon versammelte Menge zu zerstreuen. Videoaufnahmen zeigten Zusammenstöße und einige Frauen, die zu Boden gezwungen wurden.
Der Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, bezeichnete die Szenen von Clapham Common als „inakzeptabel“.
„Die Polizei hat die Verantwortung, die Covid-Gesetze durchzusetzen, aber aus den Bildern, die ich gesehen habe, ist klar, dass die Reaktion teilweise weder angemessen noch verhältnismäßig war“, schrieb Khan auf Twitter. Er stehe in Kontakt mit dem Polizeichef und bitte dringend um eine Erklärung.
Auch die britische Innenministerin, Priti Patel, gab bekannt, sie habe die Stadtpolizei um einen vollständigen Bericht darüber gebeten, was passiert sei.

Fall Sarah E.

Die 33-Jährige Sarah E. war als vermisst gemeldet worden. Am 3. März hatte sie eine Freundin im Stadtteil Clapham Common besucht und galt seit ihrem Heimweg am Abend als verschwunden. Am Mittwoch wurden ihre Überreste in einem Wald im südöstlichen England rund 80 Kilometer von London entfernt entdeckt und zwei Tage später identifiziert. Unter Tatverdacht steht ein 48 Jahre alter Polizist, der am Samstag dem Haftrichter vorgeführt wurde. Er muss weiterhin in Untersuchungshaft bleiben.

Mahnwache wegen Corona-Einschränkungen abgesagt

Die Initiative „Reclaim These Streets“ (dt. etwa: Erobert diese Straßen zurück) hatte zunächst zu einer Mahnwache in London aufgerufen, um an Sarah E. zu erinnern und alltägliche Belästigungen und Gewalt gegen Frauen anzuprangern. Nach erfolglosen Gesprächen mit der Polizei über eine Durchführung unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen wurde die Mahnwache jedoch wieder abgesagt. Zahlreiche andere geplante Mahnwachen und Proteste gegen Gewalt an Frauen im ganzen Land folgten ebenfalls diesem Beispiel.
„Uns wurde gesagt, dass jede der Organisatorinnen eine Strafe von 10.000 Pfund (umgerechnet 11.650 Euro) riskiert, sollten die Vorbereitungen weitergehen“, hieß es in einer Mitteilung von „Reclaim These Streets“ am Samstagmorgen. Daraufhin erhielten die Veranstalterinnen zahlreiche Spenden. Trotz der Absage der Mahnwache kamen bereits mehr als 470.000 Pfund (etwa 547.000 Euro) zusammen.
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